FURIA – Un lac de Larmes et de Sang...

 
Label: Adipocere Records
Release: März 2003
Von: Loki
Punkte: 10/10
Time: 45:46
Stil: Melodic Black/Death Metal
URL: Furia
 
Hossa, Hallo und Vive la France! Wenn man denkt, das unsere Nachbarn sich den ganzen Tag Baguette und Käse reinschieben und das Ganze mit literweise Rotwein nachspülen, liegt man zwar nicht ganz falsch, dennoch täuscht man sich, denn zwischendurch setzen sie Maßstäbe für Musik. Wie schon ihre Landsleute Misantrophe, welche auch eine überwältigende Band sind, reihen sich nun FURIA in den unendlichen Reigen der Musikgeschichte ein.
Ich huldigte gerade dem rotem Golde (ich meine Rotwein und nicht roten Sand, Quarz oder ähnlichem) als ich Post bekam. Nun freue ich mich ja immer über Post, die keine Rechnungen, Vorladungen, Zahlungsaufforderungen, GEZ-Gebühren oder ähnliches enthält. So war es auch dieses mal. Freudig zerriss ich den Umschlag und schon purzelt mir instrumentale Musik mit Gesang auf eine kleine Scheibe gepresst entgegen. FURIA aus Frankreich.
Also öffnetet ich den Schacht meines Players und warf sie mit einer leichten, lockeren, linken Handbewegung ein. Mit dem Wein in der einen Hand und einem Stück Baguette in der anderen benutzte ich meinen großen Zeh um nicht nur das Deck zu schließen, sondern auch an die Playtaste zu gelangen. Wer dies schon mal versucht hat, weiß was für ein schwieriges Unterfangen das ist.
Nun aber endlich zur Musik.
Als erstes schmetterte mir Ferme les yeur... entgegen. Also, es kroch wohl eher aus der Membran meiner Box in die Membran meiner Ohren und wie verzaubert legten sich die Melodien auf meine Haut, worauf sich alle meine Härchen aufrichteten, um noch mehr genießen zu können. Zu der orchestralen Musik gesellte sich alsbald auch eine liebliche Frauenstimme hinzu. Zu meinem Bedauern, war der ganze Spaß aber schon nach wenigen Sekunden vorüber. Doch dann ging es erst richtig los. Mit Un lac de Larmeset de Sang, quasi dem Titelsong zu diesem Album, legten die fünf Jungs richtig los. Scharfe Riffs, raue Rhythmen paarten sich mit symphonischen Keyboards und aggressiven Grunzgesang. Dieser erinnerte mich stark an den Gesang von Septic Flesh. Melodien wie von Göttern gezaubert durchdrangen den Raum. Und das Schlagzeug hallte wie ein Donnerschlag in meinen Ohren. Passende Samples verfeinern hier und da mit Schluchzen, Pferdegetrappel, Weinen und Kettenrasseln die meisterliche Musik. Wenn man die Augen schließt und diese auf sich wirken lässt kommt man sich wie in einem Horrorfilm vor.
Von Lied zu Lied ändern sich nicht nur die variantenreichen Melodien, nein, es werden auch akustische Instrumente eingesetzt, Verzerrer und die bezaubernde Stimme von Adeline von der Band Akin. Mein Favorit ist aber Memories d`outre-tombe, hier vermischt die Band alles was sie kann. Brillant! Um noch eins klarzustellen. Alles Songs sind in französisch abgedruckt und gesungen. 1997 wurde die Band von Damien (vocals), Seb (lead Guitar), Mick (guitar and vocals), Guillaume (bass), Julian (drums) und Mehdi (machines) gegründet. Von Mai 1998 bis März 1999 nahm die Band zwei Alben selber auf, bis sie dann im September 2001 bei Adipocere Records unterkamen. Der Sound und auch das Layout der CD ist erstklassige Arbeit, vor der ich nur den Hut ziehen kann. Ich kann diese Band nur jedem empfehlen, der auf abwechslungsreiche Musik steht!!!!
Leider darf ich nur max.10 Punkte vergeben. Verdient hätte diese Band weitaus mehr! Wenn man sich den ganzen Dreck anhört der sich mittlerweile Musik schimpft, freut es mich immer wieder, gelegentlich eine Perle darunter zu entdecken.