Im Westen
nichts neues bzw. wenig Überraschendes gibt es aus dem
Lager der Hamelner Electrofront FUNKER VOGT
zu vermelden und ich hatte beim ersten Durchhören ihres
aktuellen, mittlerweile sechsten Albums nach Bandgründung
Mitte der 90er glatt ein kleines Déjà-vu, stand
ich doch vor sieben Jahren in einem einigermaßen gut sortierten
Electrogroßmarkt, um in einer exzessiven Probehöraktion
(so etwas war früher ja noch gang und gäbe) unter
anderem FUNKER VOGTS damaliges Album Execution
Tracks anzutesten, es später
aber zurück ins Regal zu stellen, denn es hörte sich
irgendwie alles gleich an. Zeit also für mich mal nach
langer Abstinenz (den ein oder anderen kleinen Hit mal ausgenommen)
das Thema FUNKER VOGT mit Navigator
wieder aufzugreifen.
Im Sound von FUNKER VOGT hat sich auch mit
Navigator nicht allzu viel getan,
man kann eher von behutsamen Kurskorrekturen sprechen. Die Songs
sind etwas glatter und zugänglicher geworden und bei No
Tomorrow, Starfighter und Vorwärts!
lockern Gitarren die Soundstruktur etwas auf, was dem Gesamteindruck
etwas mehr Abwechslung verleiht. Passend zum obigen Déjà-vu
wird mit Fallen Hero versucht, inhaltlich am damaligen
FUNKER-VOGT-Hit Tragic Hero anzuknüpfen,
was aber hittechnisch nicht sonderlich gelingt. Insgesamt bietet
Navigator ein solides, gut produziertes
an vielen Stellen schön stampfiges Electrobrett mit relativ
wenig Abwechslung und Höhen und Tiefen – bis auf
die schreckliche Ballade Für Dich - auf das man
komplett Durchtanzen könnte, aber unter der Berücksichtigung
stilistischer Entwicklungen in der Electroszene in den letzen
Jahren wirkt alles etwas altbacken bzw. musikalisch festgefahren
und der ein oder andere wird sicherlich der omnipräsenten
Kriegsthematik FUNKER VOGTS überdrüssig
sein.
Schon immer haben sich die Geister bei FUNKER VOGT
geschieden und das wird mit Navigator
auch so bleiben. Entweder man mag sie oder eben nicht. Treue
FUNKER VOGT Anhänger werden mit dem Album
sicherlich zufrieden sein, aber bisherige Skeptiker können
die Hamelner auch mit Navigator nicht
überzeugen, positive Ansätze sind aber da.