FUNHOUSE
schlagen auf ihrem nunmehr vierten regulären Longplayer neue
Töne an. Auf Flames Of Love klingt
die Band gitarrenlastiger, also rockiger, erdiger und um einige
Grade schwermütiger und depressiver. Lange war es ruhig um
die bereits 1986 gegründeten schwedischen Goth’N’Roller,
auch, weil der letzte Output (Oceans Of Tears
2002) nicht wirklich überzeugen konnte. Nun sind sie wieder
da und wollen an alte Erfolge vom Überflieger Never
Again anknüpfen (eins meiner absoluten Lieblingsalben).
Verantwortlich für den neuen Sound ist offensichtlich der
hinzugekommene Keyboarder Dennis Berggren, der auch mitproduziert
hat. Darüber hinaus gibt es mit Peter Mårdklint als
Gitarist – der beileibe kein Unbekannter ist und vormals
schon bei den Dimmu Borgir-like-Black Metal Symphonikern Embraced
gezaubert hat (siehe Embraced Review) und 4 Saiter Måns
Tomsby (der auch schon mal ein paar backing vocals beisteuert)
weitere Line-up Änderungen. Der Drummer ist schon ein alter
Bekannter und nun wieder zurückgekehrt. Flames
Of Love kann mit einigen vielversprechenden Songs
wie den Opener Care For You oder I Feel Joy oder
Cry For Love aufwarten. Aber spätestens bei So
Cold Without You fällt man in alte Never
Again Trademarks zurück, die ganz besonders
bei Everything’s Gone und Heart Speeding
zum Zuge kommen. Erst Closer Oceans Of Tears kehrt zu
den neuen Pfaden zurück. Da müssen es sich FUNHOUSE
dann auch gefallen lassen, das man Flames Of Love
zwangsläufig mit Never Again vergleicht,
dessen Klasse das neue Album trotz modernen Sounds nicht erreichen
kann. Ein weiterer Wermutstropfen sind für mich auch die
Texte, die diesmal sehr ... einfach gehalten wurden. Sie haben
ohne Zweifel ihre Aussagekraft, wirken aber dennoch sehr plakativ.
Wer das Meisterwerk Never Again nicht
kennt, aber Musik im Stile von The Cult und The Mission gerne
mag, wird mit Flames Of Love garantiert
nix falsch machen. Und ich freue mich darauf, die Jungs endlich
mal live sehen zu können ... |