Marquis,
Sänger und Gitarrist von FUNERALIUM, wollte
2003 eine kranke Doom-Band gründen – und was soll
ich nach dem ersten Durchlauf (oder besser Durchleiden) der
elendslangen, finsteren, niederschmetternden und zutiefst negativen
Lieder sagen als: er hat sein Ziel ohne Zweifel erreicht.
Leicht verdauen kann ich die dunklen Musikkreationen nicht,
vor allem deshalb, weil innerhalb des ausufernden Monumentalsounds
recht wenig variiert wird und sich der zähe, apokalyptische
Fluss zu gleichförmig dahinwälzt. Die anklagende,
teils wirklich verzweifelt wehklagende Stimme oben genannten
Künstlers namens Marquis trägt ein wesentliches Scherflein
zur kranken Atmosphäre dieses Erstlingswerkes bei.
Kaum einmal wird die Geschwindigkeit in auch nur annäherndes
Mittelmaß hochgeschraubt, aber der doch vorhandene Reiz
von FUNERALIUM liegt nicht im Wechsel von Stimmungen,
sondern in der intensiven Darbietung einer Einzigen, nämlich
der Verzweiflung. Nahezu verschwörerisch ziehen die langsamen
Riffkaskaden ihre Kreise, als plötzlich nach 20 Minuten
ein heftigeres Schlagzeugelement im Titellied Funeralium
aufhorchen, ja sogar aufschrecken lässt. Ob jetzt wohl
auch mal die Post abgeht? Nicht wirklich, sehr dosiert und sparsam
wird mit schnelleren Passagen umgegangen, die aber wie kleine
spitze Felseninseln aus dem sonst gleichförmig stoischen
Klangozean herausragen. Gegen Ende des 18minütigen Kolosses
lassen FUNERALIUM dann mal das Tier von der
Leine und prügeln für ihre Verhältnisse drauflos.
Refrains gibt es prinzipiell keine und so gleichen diese 78
Minuten eher einem Strudel an Gefühlen denn Stücken
mit Wiedererkennungswert, denen jedwede Eingängigkeit abgeht.
Von nun an regiert wieder Lavasound, der mir zu wenig Abwechslung
bietet, um mich bei diesen gewaltigen Titellängen durchgehend
fesseln zu können. FUNERALIUM werden ihre
Freunde in jenen Kreisen finden, wo der Bandname Winter für
leuchtende Augen und schwelgerische Blicke sorgt. Dieses Album
ist beklemmend, destruktiv und nichts für schwache Nerven!