FUNERALIUM – Funeralium

 
Label: Totalrust Music
Release: 10.07.2007
Von: Stormlord
Punkte: 6/10
Time: 76:55
Stil: Doom Metal
URL: Funeralium
 
Marquis, Sänger und Gitarrist von FUNERALIUM, wollte 2003 eine kranke Doom-Band gründen – und was soll ich nach dem ersten Durchlauf (oder besser Durchleiden) der elendslangen, finsteren, niederschmetternden und zutiefst negativen Lieder sagen als: er hat sein Ziel ohne Zweifel erreicht.
Leicht verdauen kann ich die dunklen Musikkreationen nicht, vor allem deshalb, weil innerhalb des ausufernden Monumentalsounds recht wenig variiert wird und sich der zähe, apokalyptische Fluss zu gleichförmig dahinwälzt. Die anklagende, teils wirklich verzweifelt wehklagende Stimme oben genannten Künstlers namens Marquis trägt ein wesentliches Scherflein zur kranken Atmosphäre dieses Erstlingswerkes bei.
Kaum einmal wird die Geschwindigkeit in auch nur annäherndes Mittelmaß hochgeschraubt, aber der doch vorhandene Reiz von FUNERALIUM liegt nicht im Wechsel von Stimmungen, sondern in der intensiven Darbietung einer Einzigen, nämlich der Verzweiflung. Nahezu verschwörerisch ziehen die langsamen Riffkaskaden ihre Kreise, als plötzlich nach 20 Minuten ein heftigeres Schlagzeugelement im Titellied Funeralium aufhorchen, ja sogar aufschrecken lässt. Ob jetzt wohl auch mal die Post abgeht? Nicht wirklich, sehr dosiert und sparsam wird mit schnelleren Passagen umgegangen, die aber wie kleine spitze Felseninseln aus dem sonst gleichförmig stoischen Klangozean herausragen. Gegen Ende des 18minütigen Kolosses lassen FUNERALIUM dann mal das Tier von der Leine und prügeln für ihre Verhältnisse drauflos. Refrains gibt es prinzipiell keine und so gleichen diese 78 Minuten eher einem Strudel an Gefühlen denn Stücken mit Wiedererkennungswert, denen jedwede Eingängigkeit abgeht.
Von nun an regiert wieder Lavasound, der mir zu wenig Abwechslung bietet, um mich bei diesen gewaltigen Titellängen durchgehend fesseln zu können. FUNERALIUM werden ihre Freunde in jenen Kreisen finden, wo der Bandname Winter für leuchtende Augen und schwelgerische Blicke sorgt. Dieses Album ist beklemmend, destruktiv und nichts für schwache Nerven!