Doom-Metal
aus Malta, das bekommt man wirklich auch nicht alle Tage serviert.
Zumal FORSAKEN trotz ihres bereits 13jahrigen
Bestehens gerade mal eine CD sowie einige Single- und Demo-Veröffentlichungen
vorzuweisen haben, die mir allerdings über die Jahre allesamt
durch die Lappen gegangen sind. Und ob das jetzt mit der Situation
in der vermeintlichen Metal-Hochburg Malta oder anderen Problemen
zusammenhängt; Tatsache ist jedoch, dass mir da doch was
durch die Lappen gegangen zu sein scheint!
Anima
Mundi kann nämlich, neben der überraschend
amtlichen und druckvollen Produktion, auch in kompositorischer
Hinsicht absolut überzeugen. Die zumeist überlangen
Stücke sind durch die Bank in sich schlüssig und mit
einem gelungenen Spannungsbogen versehen. Interessante Riffs,
epische und/oder mystische Melodiebögen stehen im Wechsel
mit knackigen Power-Chords, und auch die Keyboards sind sehr
songdienlich und geschickt integriert worden. Der Gesang ist
fast komplett clean und bewegt sich in mittleren bis mittelhohen
Lagen, wobei Sänger Leo Stivala erfreulicher Weise auch
seines Handwerkes mächtig ist. Auch wenn ich bei seinem
Foto zuerst dachte, einen unbekannten Bruder von Smeagol zu
erblicken... Zusätzliche Abwechslung wird dann noch durch
an den richtigen Stellen platzierte Chöre oder Passagen
mit klassischer Narration erzeugt.
Kein Wunder
also, dass eigentlich fast jeder Track ein Volltreffer ist.
Besonders gut gefallen mir da neben dem Opener Kindred Veil
noch Sephiroth und der Doom-Knaller Carpe Diem,
während z.B. das mit fast 11 Minuten längste Stück
The Eyes Of Prometheus zwar größtenteils
gelungen ist, vor allem gegen Ende aber doch einige zu gedehnte
Passagen aufweist.
Insgesamt muss man auch sagen, dass FORSAKEN
dem Genre definitiv null neue Impulse hinzufügen, aus bekannten
Versatzstücken aber auf der anderen Seite wiederum das
Maximum herausholen. Insofern gibt es eigentlich keinen Grund,
warum Fans von Candlemass oder Solitude Aeternus sich Anima
Mundi nicht zumindest einmal anhören sollten;
mit denen lässt sich der Sound der Malteser nämlich
am besten vergleichen. Obacht aber bitte im Plattenladen, damit
mir niemand FORSAKEN und The Forsaken (schwedischer
Death Metal) durcheinander bringt...