FORSAKEN – Anima Mundi 
 
Label: Golden Lake Productions
Release: 23.02.2004
Von: Psycho
Punkte: 8.5/10
Time: 51:56
Stil: Doom Metal
URL: Forsaken
 
Doom-Metal aus Malta, das bekommt man wirklich auch nicht alle Tage serviert. Zumal FORSAKEN trotz ihres bereits 13jahrigen Bestehens gerade mal eine CD sowie einige Single- und Demo-Veröffentlichungen vorzuweisen haben, die mir allerdings über die Jahre allesamt durch die Lappen gegangen sind. Und ob das jetzt mit der Situation in der vermeintlichen Metal-Hochburg Malta oder anderen Problemen zusammenhängt; Tatsache ist jedoch, dass mir da doch was durch die Lappen gegangen zu sein scheint!

Anima Mundi kann nämlich, neben der überraschend amtlichen und druckvollen Produktion, auch in kompositorischer Hinsicht absolut überzeugen. Die zumeist überlangen Stücke sind durch die Bank in sich schlüssig und mit einem gelungenen Spannungsbogen versehen. Interessante Riffs, epische und/oder mystische Melodiebögen stehen im Wechsel mit knackigen Power-Chords, und auch die Keyboards sind sehr songdienlich und geschickt integriert worden. Der Gesang ist fast komplett clean und bewegt sich in mittleren bis mittelhohen Lagen, wobei Sänger Leo Stivala erfreulicher Weise auch seines Handwerkes mächtig ist. Auch wenn ich bei seinem Foto zuerst dachte, einen unbekannten Bruder von Smeagol zu erblicken... Zusätzliche Abwechslung wird dann noch durch an den richtigen Stellen platzierte Chöre oder Passagen mit klassischer Narration erzeugt.

Kein Wunder also, dass eigentlich fast jeder Track ein Volltreffer ist. Besonders gut gefallen mir da neben dem Opener Kindred Veil noch Sephiroth und der Doom-Knaller Carpe Diem, während z.B. das mit fast 11 Minuten längste Stück The Eyes Of Prometheus zwar größtenteils gelungen ist, vor allem gegen Ende aber doch einige zu gedehnte Passagen aufweist.
Insgesamt muss man auch sagen, dass FORSAKEN dem Genre definitiv null neue Impulse hinzufügen, aus bekannten Versatzstücken aber auf der anderen Seite wiederum das Maximum herausholen. Insofern gibt es eigentlich keinen Grund, warum Fans von Candlemass oder Solitude Aeternus sich Anima Mundi nicht zumindest einmal anhören sollten; mit denen lässt sich der Sound der Malteser nämlich am besten vergleichen. Obacht aber bitte im Plattenladen, damit mir niemand FORSAKEN und The Forsaken (schwedischer Death Metal) durcheinander bringt...