Bei
FOREST OF FOG handelt sich um ein Ein-Mann-Projekt
von I.H. (früher auch bekannt als Warburz), der unter diesem
Namen im dritten Jahr bereits seine dritte full-length Veröffentlichung
feiern kann. Nachdem Demo und die ersten beiden Alben in Eigenproduktion
zustande gekommen sind, hat FOREST OF FOG endlich
mit Schwarzmetall Musikproduktionen für Abgründe
genau das richtige Label gefunden, was sich auch ganz deutlich
am Sound bemerkbar macht, der zwar schon von den Anfangstagen
an kontinuierlich besser wurde, nun aber wirklich exzellent
und klar definiert rüberkommt.
Dem ein oder anderen wird eventuell auch bekannt sein, dass
sich hinter der Abkürzung I.H. der Schweizer Ivo Henzi
verbirgt, der seit kurzen auch bei der aufstrebenden Folk Metal
Band Eluveitie als Gitarrist tätig ist.
Bei seinem Soloprojekt bewegt er sich allerdings in musikalisch
deutlich härten Gefilden, wenn auch in Punkto Melodien
hier und da melancholische und leicht folkige Anklänge
zu finden sind. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass
die Musik von frühen Dissection, Taake und auch älteren
Old Man’s Child inspiriert erscheint, ohne dabei aber
zu wirken, als wolle man die entsprechenden Vorbilder einfach
nur kopieren. Das Ergebnis jedenfalls kann sich sehen bzw. hören
lassen, Abgründe hat mich von
Beginn an schwer beeindruckt und gehört meiner Meinung
nach im Bereich des epischen Pagan/Black Metals zu den besten
Veröffentlichungen des Jahres. Hier kommt genau die Mischung
die ich mag zu tragen. Schnelle und harte Blastbeat-Passagen
(per Drumcomputer erzeugt, aber weder stark übertrieben
noch sonst wie unecht klingend) wechseln sich im annähernd
gleichen Verhältnis mit ruhigeren Passagen, in denen filigrane
Leads und weitläufige Melodiethemen eingebunden werden,
ab. Diese sind dabei aber immer in melancholisch-düsterer
Tonlage gehalten. Hin und wieder werden Übergänge
zwischen diesen Stilen sogar durch fast klassischen Heavy Metal
hergestellt, schadet der Sache aber nicht. Meist eher dezent
im Hintergrund gehalten, weiß I.H. auch mit seiner gesanglichen
Leistung zu überzeugen, die mit heiserem, dennoch auch
zum Teil melodischem Gekrächze zunächst wie ein weiteres
Instrument zur Bildung der düsteren Atmosphäre beiträgt.
Wie ein weiteres Instrument meine ich deswegen, weil man I.H.,
trotzdem er auf Deutsch singt, nur mit sehr viel Mühe verstehen
kann, was mich bei Black Metal aber auch kein bisschen stört.
Liest man, im übrigen auch ansprechende gestalteten Booklet
nach, so erfährt man, dass es inhaltlich passend zur Musik
um innere Zerrissenheit, Qualen und unerfüllte Sehnsüchte
geht.
Bei einigen Stücken werden auch, wenn es die Dramaturgie
des Songs erfordert, Chöre und düstere Sprechpassagen
eingesetzt.
Als Anspieltips würde ich generell erst einmal die komplette
Scheibe empfehlen, als einzelne Songs Die Vision, Der
Turm und Am Abgrund.
Ein sehr starkes Album, das allerdings wohl nicht für eingefahrene
old school Black Metaller ist.
Aber auch denen kann ich empfehlen, durchaus mal reinzuhören.