FORCHENSTEIN - Ancient Winter
 

Label: Steel Art Records

Release: 2001

Von: Dunja

Punkte: 1  

Kommen wir nun zu einem weiteren Kapitel, der Geschichte "Warum gründe ich ein Label?" mit dem Titel "Damit auf meiner CD draufsteht, es kommt von einer Plattenfirma, und es mehr Leute anzieht". Steel Art Records sind nämlich, soweit ich mich nicht täusche, Besitz des FORCHTENSTEIN Masterminds Holger Karnstein, der darauf einfach seine diversen Bandprojekte veröffentlichen will, womit ich mal den Sinn und Zweck eines Labels nicht näher hinterfragen will. Zudem ist die Aufmachung des Albums dermaßen mickrig, das jede Eigenproduktion daneben glänzt, wie ein Stück Gold neben einem Häufchen Asche - das Cover besteht aus 2 mit Heftklammer aneinandergetackerten Computerausdrucken, die CD-Rom ist nicht einmal beschriftet. Aber man sollte sich vom Äußeren nicht abschrecken lassen und so beschloss ich, mir die Musik genauer anzuhören, was wohl ein gewaltiger Fehler war. Teil Eins der CD besteht zu 99% aus Samples von diversen Celtic Bands - wahrscheinlich um einen Sonderpreis im Libro erstanden - die durch Keyboardtöne und Schreie zusammengehalten werden. Nun, ich frage mich, wo da die Originalität steckt, denn wenn ich mir eine Celtic CD anhören will, dann kaufe ich sie mir, diese aneinandergestückelten Songs sind wohl wenig wohltuend, besonders wenn so lästige Störgeräusche (besagtes Kreischen und andere undefinierbare Geräusche..) das Treiben stören.
Doch dann gibt es auch noch den zweiten Teil, der meist ohne Samples auskommt. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei in den Raum gestellt... Black Metal sollte zwar einen räudigen Sound haben, aber das einzige Stück in der Richtung klappert einfach nur so vor sich hin, und es ist nicht definierbar, ob da jetzt auf Keksdosen, Töpfe oder gar wirklich auf ein Drumkit geschlagen wird..
Nach diesem "Geprügel" geht es dann mit hymnenähnlichen Klängen weiter, FORCHTENSTEIN sind ja richtig vielschichtig! Nach fremden Samples und Krach folgen Hymnen! Und auch diese passen sich dem Niveau der CD an - einige Keyboardtöne ziehen sich über Minuten hinaus, wozu dann gelegentlich Trommelschläge ertönen, die natürlich manchmal nicht ganz im Takt sind, aber was anderes sind wir ja von der Band nicht gewohnt. Um das Ganze auf den Punkt zu bringen, wird im letzten Song dann auch noch ein Braveheart Sampel verhunzt - haben die denn Respekt vor nichts?
So beschließe ich, mir diese CD nie wieder anzuhören um das zu tun, was ihr gebührt - sie in hohem Bogen aus dem nächsten Fenster befördern.
Warum in meiner Bewertung doch noch ein Pünktchen drinsteckt? Irgendwie muss man doch den Mut honorieren, den eine Band aufbringen muss, solche Scheiße auf den Markt zu bringen...