FIGURE OF SIX – Step One

 
Label: Copro Records
Release: 24.10.2005
Von: Dusk
Punkte: 7/10
Time: 38:41
Stil: Electronic Metal
URL: Figure Of Six
 
Mitte der Neunziger spielte die italienische Band FIGURE OF SIX noch Hardcore, heute bemerkt man davon nichts mehr. Ab und zu fallen FO6 aus ihrem neuen Rahmen – dann gibt es ein paar Takte lang Hardcore Feeling.
FIGURE OF SIX – das steht stellvertretend für 6 Instrumente: Stimme, Gitarre, Bass, Trommeln, Keyboard und einem DJ. Die Musik auf dem Album strotzt nur so vor Samplingsequenzen und Keyboardsounds. Gitarren nach Slipknot-Art stehen zwar nahezu gleichberechtigt im Vordergrund, spielen aber nur noch die zweite Geige, sozusagen.
Interessant ist Step One durchaus, allerdings nicht für absolut eingefleischte Metaller, die schon beim bloßen Anblick eines Keyboards an Pest und Folter denken.
Vital Frequency ist ein flotter Song, der trotz (passagenweise) fetter Gitarren locker in jeden Tanzschuppen passt. Go Away - mit grundsätzlich dichtem Gitarrensound - löst seine Spannung immer wieder über Melodiebögen bzw. dem „Refrain-Gesang“ auf, was sehr schön in das Gesamtbild des Songs passt. With My Eyes hat ebenfalls eine eingängige Melodie und einen ebensolchen Refrain, Dark Side 3 hört sich wieder eher nach flotter Jamsession mit Experimentiercharakter an, worauf Scream folgt, das mindestens drei völlig unterschiedliche Stile in sich birgt. Hört man sich diesen Song objektiv an, dann muss man durchaus Wagemut attestieren, der grundsätzlich belohnt werden sollte. Subjektiv jedoch mag man diese seltsame Mixtur oder auch nicht.
Wenn nicht gerade mit diversen elektronischen Sounds und Instrumenten experimentiert wird, greift man bei FO6 zur Flöte, melancholischen Melodien, dramatischen Keyboards, setzt auf die Wirkung einer Linkin Park-ähnlichen Stimme und nennt das Resultat Inside. Damit und mit Wake Me Up zollen FO6 zuvor genannter Band Tribut, was der Scheibe musikalisch aber eher abträglich ist. Wobei einzelne Passagen durchaus ansprechend sind.
Dafür schließt Step One mit einem kurzen Instrumental, das nach einer Mischung aus spätabendlicher Jamsession und Soundteppich klingt (Dark Side 4).
Entweder wollen die Italiener ihre dunkle Seite unterstreichen, oder sie waren gerade in einer kreativen Krise, anders kann ich mir den Sinn nicht erklären, vier Stücke gleich zu betiteln: Dark Side 1,2,3,4.

Stimmlich kann man nicht viel sagen – es gibt nur klaren Gesang, den man kaum beurteilen kann, denn man erkennt kaum Strophen in den Songs. Es hört sich so an, als ob fast alle Lyrics Refrains oder Refrainteile wären. Offensichtlich steht der Gesang grundsätzlich nicht im Vordergrund.

Und so geht Step One dahin: mal dies, mal das, mal alles zusammen, und immer sehr elektronisch mit abwechslungsreichen Sounds und Tempi: Elektro/EBM mit verstärktem Metalschlag.