Kontrollierte
Hysterie, wenn es so was gibt, meine ich in der Stimme von Lacey
Mosley zu hören.
Man meint sie besingt etwas, das ihren Geist angegriffen hat,
was sie immer noch bekämpft, woran sie vielleicht auch
gewachsen ist. Aber ist das kleine, kranke Mädchen zu einem
Monster geworden?
Zwischen gehauchten, gequetschten und geschrieenen Passagen
verstecken sich Melodien die Schönheit nicht entbehren;
existieren Harmonien, die sowohl hochtragend als auch drückend
sind; leben druckvolle Lieder. Wenn Menschen so voller Inbrunst
und Kraft ihr eigene Schwäche besingen wie es bei Perfect
geschieht, und im umgekehrten Fall bei Fully Alive
mit kippeliger Stimme besingen, wie sehr sie am Leben sind,
muss ich innerlich immer zufrieden lächeln und im Einverständnis
nicken...
Das Ganze wird
von solider, druckvoller Bandarbeit unterstützt. Die
Platte erstmal mit einem Zerrbass zu beginnen, halte ich für
einen grandiosen Start. Das erste Stück I'm So Sick
ist klar die Single. Ausdrucksstark, auf den Punkt, einprägsam
und wie ich finde verdammt gut. Herauszustellen ist weiterhin
das Stück Perfect das sich mit "perfect
at weakness" schon eine scharmante Hammer-Hook-Line geleistet
hat.
Produziert wurde
das selbstbetitelte Debüt
von Howard Benson. Einem Produzenten, der sogar P.O.D., Hoobastank
und Papa Roach zum klingen gebracht hat. Was mich besonders
freut, auch an der Motörhead - Bastards ist jener Kollege
schuld, sowie einigem mehr was nicht ganz unbekannt ist. Aber
es hätte ja auch niemand erwartet, das Sony diese Band
zu einem Niemand schickt.
2006 spielten FLYLEAF dann immerhin auch
schon auf der Family Values Tour mit Größen wir
Korn, Deftones und Stone Sour. Desweiteren sind FLYLEAF
bekennende Christen und aus Temple, Texas. Wer hätte
das erwartet?
Glücklicherweise hab ich früh genug gelernt Leute
nicht wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens zu diskreditieren,
jeder hat seine eigene Methode mit schwierigen Momenten im
Leben umzugehen.
Insoweit wünsche
ich den 5 von FLYLEAF noch lange Spaß
und Erfüllung durch ihre Musik.
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