Diese
Platte ist schlicht und einfach enttäuschend! Anders kann
man es nicht sagen. Leider.
Nachdem es ja schon Mitte der 90iger eine Trendwende in der Musik
von FLA gab, die nicht jeder nachvollziehen wollte
und als kommerzielle Mainstreamanbiederung abgestempelt wurde,
verlies Rhys Fulber 1995 die Formation, um als Produzent (und
praktisch fünftes Bandmitglied von Fear Factory) Lorbeeren
zu ernten, während Bill Leeb mit Chris Peterson und FLA
weitermachte, aber kein Bein mehr auf den Boden bekam. Folgende
FLA Release gingen einfach auf Grund ihrer Mittelmäßigkeit
in der Masse unter. Mehr Erfolg konnte Leeb da schon mit Delerium,
eines der vielen Sideprojekte einheimsen (dessen Sound am Ende
von FLA praktisch assimiliert wurde), wo er aber
auch wieder von Fulber mit Conjure One überholt wurde, weil
Delerium (ab Poem) einfach zu kommerziell und poppig wurden. Aus
irgendwelchen Gründen haben sich die Leeb und Fulber wieder
zusammengerauft, erst ein neues Delerium Album zusammengezimmert
und sich dann an neues FRONT LINE ASSEMBLY Material
gemacht.
Herausgekommen ist Civilization mit
einer Melange aus poppigen Delerium Versatzstücken und ich-weiß-nicht-was-ich-will-Electro,
dessen einziges Ziel wohl klingelnde Kassen sein soll.
Um es mal klarzustellen: es geht hier nicht um den Verriss einer
Band, deren „musikalische Weiterentwicklung“ ich nicht
nachvollziehen kann oder will oder nicht mag. Denn diese gibt
es hier einfach nicht! Auf Civilization
hat man wirklich nur die altbekannten basslastigen Beat Strukturen
wieder aufpoliert, dazwischen typische Delerium Sequenzen platziert
und alles mit gängigen Future Pop Beats modernisiert. Lediglich
Songs wie das bereits als Single ausgekoppelte Maniacal
und in Ansätzen Fragmented, Vanished, und
Dissident lassen noch ein wenig vom eigentlichen FLA
Spirit durchscheinen, schenken dem Hörer sphärische
Melodien oder interessante EBM/ Industrial Lines, aber immer nur
in Ansätzen, für kurze Momente. Es reicht nicht mal
für einen ganzen Song. Es klingt noch immer wie FRONT
LINE ASSEMBLY, aber da ist nix, was man nicht schon mal
auf früheren Werken zu hören bekommen hätte.
Schade, schade, schade ...
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