FRONTLINE ASSEMBLY – Civilization 
 
Label: SPV
Release: 26.01.2004
Von: Dajana
Punkte: 5/10
Time: 56:57
Stil: Electro
URL: Frontline Assembly
 
Diese Platte ist schlicht und einfach enttäuschend! Anders kann man es nicht sagen. Leider.
Nachdem es ja schon Mitte der 90iger eine Trendwende in der Musik von FLA gab, die nicht jeder nachvollziehen wollte und als kommerzielle Mainstreamanbiederung abgestempelt wurde, verlies Rhys Fulber 1995 die Formation, um als Produzent (und praktisch fünftes Bandmitglied von Fear Factory) Lorbeeren zu ernten, während Bill Leeb mit Chris Peterson und FLA weitermachte, aber kein Bein mehr auf den Boden bekam. Folgende FLA Release gingen einfach auf Grund ihrer Mittelmäßigkeit in der Masse unter. Mehr Erfolg konnte Leeb da schon mit Delerium, eines der vielen Sideprojekte einheimsen (dessen Sound am Ende von FLA praktisch assimiliert wurde), wo er aber auch wieder von Fulber mit Conjure One überholt wurde, weil Delerium (ab Poem) einfach zu kommerziell und poppig wurden. Aus irgendwelchen Gründen haben sich die Leeb und Fulber wieder zusammengerauft, erst ein neues Delerium Album zusammengezimmert und sich dann an neues FRONT LINE ASSEMBLY Material gemacht.
Herausgekommen ist Civilization mit einer Melange aus poppigen Delerium Versatzstücken und ich-weiß-nicht-was-ich-will-Electro, dessen einziges Ziel wohl klingelnde Kassen sein soll.
Um es mal klarzustellen: es geht hier nicht um den Verriss einer Band, deren „musikalische Weiterentwicklung“ ich nicht nachvollziehen kann oder will oder nicht mag. Denn diese gibt es hier einfach nicht! Auf Civilization hat man wirklich nur die altbekannten basslastigen Beat Strukturen wieder aufpoliert, dazwischen typische Delerium Sequenzen platziert und alles mit gängigen Future Pop Beats modernisiert. Lediglich Songs wie das bereits als Single ausgekoppelte Maniacal und in Ansätzen Fragmented, Vanished, und Dissident lassen noch ein wenig vom eigentlichen FLA Spirit durchscheinen, schenken dem Hörer sphärische Melodien oder interessante EBM/ Industrial Lines, aber immer nur in Ansätzen, für kurze Momente. Es reicht nicht mal für einen ganzen Song. Es klingt noch immer wie FRONT LINE ASSEMBLY, aber da ist nix, was man nicht schon mal auf früheren Werken zu hören bekommen hätte.
Schade, schade, schade ...