FRONTLINE ASSEMBLY – Artificial Soldier

 
Label: Metropolis
Release: 23.06.2006
Von: Dajana
Punkte: 7.5/10
Time: 65:51
Stil: EBM/Electro
URL: Frontline Assembly
 
Nach dem super enttäuschenden letzten Album Civilization in 2004 als Spitze einer ganzen Reihe von nichtssagenden Fulber-losen FRONTLINE ASSEMBLY Veröffentlichungen, startet das „Original-Line-up“ einen zweiten Versuch, um mit Neuzugang Jeremy Inkel und Artificial Soldier nun doch noch an alte Erfolge anzuschließen. Angepriesen als eines der besten FLA Veröffentlichungen der letzten Dekade lässt das neue Album Hoffnungen aufkeimen. Und tatsächlich... Nach einigen Durchläufen hat sich Artificial Soldier ins Ohr festgesetzt. Besonders die ersten 5 Songs des 10 Trackers (plus zwei Hiddentracks) kann man als Reminiszenz an die alten Tage bezeichnen. Harsche und stampfende EBM Beats mit dem klassischen Leeb-Gesang und der unvergleichlichen düsteren FLA-Atmosphäre, wobei Low Life und Between The Rubble einfach nur geil sind, und Decsention mit einen unglaublich schmalzigen aber effektiven Refrain aufwartet.
Der fünfte Song Buried Alive markiert dann quasi den Brückenschlag zur Moderne, wo hektisch schnelle Computerdrums das Ruder übernehmen. Die nachfolgenden Songs halten sich dann ungefähr die Waage an populären Elementen und klassischen Wurzeln, wobei Dopamine da noch einmal heraussticht, harsch aber tanzbar. Future Fail wiederum erinnert mich stark an alte Trauma Veröffentlichungen und macht einmal mehr klar, wie prägend FRONTLINE ASSEMBLY in der Vergangenheit waren.
Auf Artificial Soldier gibt es keine Ausfälle und ein Drittel der Songs hat Hit-Potential. Das Duo war hier tatsächlich mal kreativ am Werk oder andersherum gesagt, man fühlt, das sich die Herren auch wirklich zusammengerauft haben und wieder gemeinsam was auf die Beine stellen können. Insgesamt macht Artificial Soldier ein guten Eindruck, auch wenn Leeb/Fulber sich noch etwas zurückhalten. Da geht noch mehr. Textlich hingegen schöpft man aus dem Vollen und hält der (amerikanischen) Gesellschaft einmal mehr deutlich den Spiegel vor die Nase.