Nach
dem super enttäuschenden letzten Album Civilization
in 2004 als Spitze einer ganzen Reihe von nichtssagenden Fulber-losen
FRONTLINE ASSEMBLY Veröffentlichungen,
startet das „Original-Line-up“ einen zweiten Versuch,
um mit Neuzugang Jeremy Inkel und Artificial Soldier
nun doch noch an alte Erfolge anzuschließen.
Angepriesen als eines der besten FLA Veröffentlichungen
der letzten Dekade lässt das neue Album Hoffnungen aufkeimen.
Und tatsächlich... Nach einigen Durchläufen hat sich
Artificial Soldier ins Ohr festgesetzt.
Besonders die ersten 5 Songs des 10 Trackers (plus zwei Hiddentracks)
kann man als Reminiszenz an die alten Tage bezeichnen. Harsche
und stampfende EBM Beats mit dem klassischen Leeb-Gesang und
der unvergleichlichen düsteren FLA-Atmosphäre,
wobei Low Life und Between The Rubble einfach
nur geil sind, und Decsention mit einen unglaublich
schmalzigen aber effektiven Refrain aufwartet.
Der fünfte Song Buried Alive markiert dann quasi
den Brückenschlag zur Moderne, wo hektisch schnelle Computerdrums
das Ruder übernehmen. Die nachfolgenden Songs halten sich
dann ungefähr die Waage an populären Elementen und
klassischen Wurzeln, wobei Dopamine da noch einmal
heraussticht, harsch aber tanzbar. Future Fail wiederum
erinnert mich stark an alte Trauma Veröffentlichungen und
macht einmal mehr klar, wie prägend FRONTLINE ASSEMBLY
in der Vergangenheit waren.
Auf Artificial Soldier gibt es keine
Ausfälle und ein Drittel der Songs hat Hit-Potential. Das
Duo war hier tatsächlich mal kreativ am Werk oder andersherum
gesagt, man fühlt, das sich die Herren auch wirklich zusammengerauft
haben und wieder gemeinsam was auf die Beine stellen können.
Insgesamt macht Artificial Soldier
ein guten Eindruck, auch wenn Leeb/Fulber sich noch etwas zurückhalten.
Da geht noch mehr. Textlich hingegen schöpft man aus dem
Vollen und hält der (amerikanischen) Gesellschaft einmal
mehr deutlich den Spiegel vor die Nase.