FIMBULTYR – Gryende Tidevarv

 
Label: Unexploded Records
Release: August 2008
Von: Joking
Punkte: 5.5/10
Time: 37:28
Stil: Black Viking Metal
URL: Fimbultyr
 
Von den ersten zarten, akustischen Takten darf man sich nicht täuschen lassen. Nach nur wenigen Sekunden geht das Gewitter los. Es ist keines, das mit stürmischer Wucht auf dich einschlägt, eher ein stetes Prasseln, zwar melodischer Natur, aber nicht gerade ein Ausbund an Abwechslung. FIMBULTYR spielen einen epischen Black-Metal, der zu hymnischen Ausbrüchen neigt, gerne mal im Wikingerlager schnuppert und leider viel zu selten sein Heil im Folk sucht. Ist die Musik stellenweise durchaus mitreißend – vor allem die letzten beiden Songs Gudars Vedergällning und Hel sind opulente Kracher mit einigen kurzen folkigen Parts, die recht sinnig ins donnernde Ganze eingeflochten sind. Leider zerstört hier, wie schon zuvor, der wenig abwechslungsreiche Gesang Christofer Bergqvists viel von der vorhandenen Stimmung. Seine aggressiven Growls konterkarieren beständig die vollmundige Atmosphäre. Als bewusstes Stilmittel punktuell eingesetzt, hätte das Wirkung erzielen können, so langweilt es in seiner durchschnittlichen Eintönigkeit (cleane Vocals gibt es kurz aber vernehmlich sowieso nur bei einem Lied, Ödets Stig). Von den Grundvoraussetzungen her bringt Gryende Tidevarv echtes Potenzial mit, in der Endfertigung wird das Album bedauerlicherweise viel zu oft aus der Kurve gehauen. Anfang und Ende, sowie das Stück Ändlosä Frågor, als Fundament genommen, könnten aber auf eine viel versprechende Zukunft hinweisen. Im Moment ist Gryende Tidevarv, sowohl für ein dunkles Statement in Härte, als auch für ein melodisches Feuerwerk, zu unausgegoren. Und mit siebenundreißigeinhalb Minuten ein wenig kurz für eine Vollpreis-CD.