Von
den ersten zarten, akustischen Takten darf man sich nicht täuschen
lassen. Nach nur wenigen Sekunden geht das Gewitter los. Es
ist keines, das mit stürmischer Wucht auf dich einschlägt,
eher ein stetes Prasseln, zwar melodischer Natur, aber nicht
gerade ein Ausbund an Abwechslung. FIMBULTYR spielen
einen epischen Black-Metal, der zu hymnischen Ausbrüchen
neigt, gerne mal im Wikingerlager schnuppert und leider viel
zu selten sein Heil im Folk sucht. Ist die Musik stellenweise
durchaus mitreißend – vor allem die letzten beiden
Songs Gudars Vedergällning und Hel sind opulente
Kracher mit einigen kurzen folkigen Parts, die recht sinnig
ins donnernde Ganze eingeflochten sind. Leider zerstört
hier, wie schon zuvor, der wenig abwechslungsreiche Gesang Christofer
Bergqvists viel von der vorhandenen Stimmung. Seine aggressiven
Growls konterkarieren beständig die vollmundige Atmosphäre.
Als bewusstes Stilmittel punktuell eingesetzt, hätte das
Wirkung erzielen können, so langweilt es in seiner durchschnittlichen
Eintönigkeit (cleane Vocals gibt es kurz aber vernehmlich
sowieso nur bei einem Lied, Ödets Stig). Von den
Grundvoraussetzungen her bringt Gryende Tidevarv echtes
Potenzial mit, in der Endfertigung wird das Album bedauerlicherweise
viel zu oft aus der Kurve gehauen. Anfang und Ende, sowie das
Stück Ändlosä Frågor, als Fundament
genommen, könnten aber auf eine viel versprechende Zukunft
hinweisen. Im Moment ist Gryende Tidevarv, sowohl
für ein dunkles Statement in Härte, als auch für
ein melodisches Feuerwerk, zu unausgegoren. Und mit siebenundreißigeinhalb
Minuten ein wenig kurz für eine Vollpreis-CD.