FEAR FACTORY – Archetype
 
Label: Roadrunner Records
Release: 20.04.2004
Von: Medion
Punkte: 9.5/10
Time: 59:38
Stil: Industrial Metal
URL: Fear Factory
 
Die Maschine läuft wieder...und wie! Zwei Jahre, nachdem sich FEAR FACTORY überraschend im Streit auflösten und ein paar Monate später als Trio (ohne Gitarrist Dino Cazares) wieder reformierten, wurden auch die Gerüchte um ein neues Album der Angstfabrik laut. Härter, back to the roots und vor allem besser als das von der Presse und Fanschar sehr zwiegespalten aufgenommene Digimortal sollte es werden. Ob es sich dabei jedoch nur um einen Hoax handelte oder Archetype, so der kryptische Titel, wirklich wieder die alte Durchschlagskraft einer mehr als innovativen Band darstellen würde, musste man abwarten.
Doch nun liegt mir das offiziell fünfte Album FEAR FACTORY’s vor und ich muss feststellen, dass Archetype ein weiteres Highlight einer großartigen Band darstellt. Diese CD wird ihren Erwartungen mehr als gerecht und zeigt, dass die Jungs trotz oder gerade wegen dem Verlust ihres Hauptsongwriters nach wie vor für eines stehen: brachialen und futuristischen Industrial Metal par excellence. Der Opener Slave Labor startet noch eher „gemächlich“ und eher im Stile von Digimortal gehalten, während Cyberwaste dann in die Offensive geht und mit fast schon unmenschlicher Präzision jede pseudo-harte (Nu) Metal-Band in die Schranken verweist und mit minimalem Keyboard-Einsatz fast schon an Soul Of A New Machine-Zeiten erinnert. Herausstechend im weiteren Verlauf zeigt sich das extrem düstere und kalte Drones sowie der neue Überflieger und Titeltrack Archetype, das ich bereits jetzt als das neue Replica (vom Hit-Faktor her…) betrachte. Auch beim Rest der Tracks schwächeln Burton & Co nur selten und haben ihre Wiederauferstehung mehr als gekonnt hinbekommen. Und selbst wenn Archetype prägnante Merkmale aller bisherigen CDs aufweist, so stellt dieses Album nur einen weiteren logischen Schritt in der Karriere FEAR FACTORY’s dar, dem sogar Leute, die die Band nach Demanufacture abgeschrieben hatten, was abgewinnen könnten. Die Maschine läuft wieder… und wie! Fabelhaft!