Zweifellos
spielen FESTERING SALIVA guten Death Metal
mit guten Melodien, guten eingängigen Rhythmen und guten
Headbang-Parts. Gut gemachte Lieder über den Krieg mit
einem typischen Death Metal Cover…
So weit, so gut? Nicht ganz, denn mir ist „nur“
gut gespielte Musik nach hunderten gleichartigen Veröffentlichungen
zu wenig. Die Stimme schön brutal, das Tempo im richtigen
Moment verlangsamt oder in die Höhe getrieben – die
Jungs aus München machen eigentlich alles richtig. Nur:
wo sind die Überraschungsmomente, die rhythmischen Variationen,
die den Hörer vor Schreck, Ungläubigkeit oder einfach
Staunen vom Hocker reißen? So bleibt der kurze Akustikeinschub
im Titellied als mutiger und wirklich überraschender Effekt
im Gedächtnis haften, der nach Nachahmung förmlich
schreit… und dieses Stilmittel wird glücklicherweise
in A Napalm Way To Live sowie ganz am Ende der CD noch
einmal kurz aufgegriffen; sonst setzt die Band lieber auf Altbewährtes.
Mir gefallen Lieder wie das teilweise richtig schön schleppende
Realm Of The Forgotten wirklich gut
und auch der Klang der Scheibe – nicht zu poliert und
deshalb räudig kraftvoll – passt hervorragend.
Wäre ich erst frisch zum Metal gestoßen, hätte
mich Realm Of The Forgotten wahrscheinlich
an die Wand geblasen; nach dem Genuss von Legionen ähnlich
gelagerter Gruppen sind FESTERING SALIVA nur
eine von vielen guten Bands – Anhänger der guten
alten Schule á la Dismember oder Grave werden diese Veröffentlichung
sicher gierig in sich aufsaugen, da bin ich mir sicher.