FERRO IGNIQUE - World Wide War


 
  
 

Label: Folter Records

Release: 2002

Von: Dunja

Punkte: 7

Von FERRO IGNIQUE hörte ich zum ersten Mal auf dem Under The Black Sun 2001, da sie den zweiten Tag eröffneten, allerdings blieb aufgrund meines angeschlagenen Zustands nicht viel von ihnen hängen, bis auf die Feststellung, dass sie eigentlich "recht gut" waren - und das Einlegen des Albums bestätigte, dass mein damaliger Eindruck gar nicht so falsch war...

Nachdem in Norwegen größtenteils nur mehr Mist produziert wird, der sogar dem braven Buben von nebenan gefällt, muss wohl der Nachschub aus Deutschland kommen - FERRO IGNIQUE beginnen dort, wo Gorgoroth mit Under The Sign Of Hell aufgehört haben, und verbreiten die Stimmung, die die Norweger einfach nicht mehr bringen können. Größtenteils ziemlich melodisch gehalten bewegen sich die Songs zwischen langsamen und schnelleren Parts, die immer wieder von Akustikpassagen aufgelockert werden - begleitet von einer wahnsinnig intensiven Stimme, an der sich manche sogenannten Szenegrößen ein Beispiel nehmen sollten. Dazu kommt eine ordentliche Portion Abwechslungsreichtum, denn im Gegensatz zu anderen hat hier jeder Song seinen eigenen Charakter, vom sehr skurrilen, schnellen DCLXIV - Paradise Parasites bis hin zum letzten Song Seelenwinter, der mit cleanem Gesang abgeschlossen wird. Teilweise erinnern mich FERRO IGNIQUE zudem an die Labelkollegen Trimonium, wenn sie auch nicht ganz so intensiv rüberkommen.

Auch soundmäßig gibt es hier wenig zu bemängeln, allerdings merkt man, dass hier noch mehr Potential drinsteckt - obwohl die Songs wirklich allesamt gelungen sind, fehlt mir jedoch das, was ein wirklich gutes Black Metal Album für mich ausmacht: das Verfallen in eine Stimmung, die mich alles rund um mich vergessen lässt - diese Intensität wurde hier leider nicht erreich, allerdings zweifle ich nicht im Geringsten daran, dass FERRO IGNIQUE dazu fähig sind. Gelungenes Debüt, das auf mehr hoffen lässt.

Ferro Ignique
Folter Records