FAUN – Totem

 
Label: Curzweyhl
Release: 16.02.2007
Von: BRT
Punkte: 8/10
Time: 46:11
Stil: Mittelalter/Folk /Liedermacher
URL: Faun
 
Buddhaseidank stolpern FAUN mit ihrem mittelalterlich anmutenden Folk nicht in die unzähligen Klischee/Peinlichkeitsfangnetze, die diese Musik überall ausgelegt hat, vor allem dann wenn dazu noch teilweise deutsche Texte präsentiert werden. Weder Subway To Sally (ohne Metal) noch Blind Guardian (ohne Queen) passen als Vergleich, und das ist verdammt nochmal gut so.
Instrumental bis ins kleinste Detail ausgearbeitet mit unzähligen Facetten an mittelalterlichen Instrumenten angereichert und mit moderneren elektronischen Spielereien aufgebockt, lassen sich FAUN an wie eine Acidfolk-Kooperation aus Zupfgeigenhansel, Dead Can Dance und Pink Floyd.
Der Gesang versteckt sich meistens etwas unverständlich im Soundwall, was das textliche Konzept etwas untergehen lässt, die Musik jedoch mehr in den Mittelpunkt stellt. Ein Tontechniker wird das als Nachteil sehen, ich sehe es als Vorteil, denn wenn der Gesang mal präsenter wird, rückt die ganze Musik auch näher an den deutschsprachigen Gothic-Kitsch und dann wird ganz übel pathetisch, trotz (oder wegen?) dreierlei opernhafter Minnegesänge.
Das Album funktioniert vor allem als ganzes, es gibt, oh Schreck, keine Single... und die arabischen Elemente die das ganze haben soll, die habe ich noch nicht gefunden...
Musikalisch, spieltechnisch und vom Sound her Klasse, der Gesang ist nicht so mein Ding, wird aber die Jünger dieser Musik aufs vollste befriedigen.
Ideal für den nächsten Mittelaltermarkt, das nächtliche Burgfest oder die nächtliche Rollenspielsession.