Buddhaseidank
stolpern FAUN mit ihrem mittelalterlich anmutenden
Folk nicht in die unzähligen Klischee/Peinlichkeitsfangnetze,
die diese Musik überall ausgelegt hat, vor allem dann wenn
dazu noch teilweise deutsche Texte präsentiert werden.
Weder Subway To Sally (ohne Metal) noch Blind Guardian (ohne
Queen) passen als Vergleich, und das ist verdammt nochmal gut
so.
Instrumental bis ins kleinste Detail ausgearbeitet mit unzähligen
Facetten an mittelalterlichen Instrumenten angereichert und
mit moderneren elektronischen Spielereien aufgebockt, lassen
sich FAUN an wie eine Acidfolk-Kooperation
aus Zupfgeigenhansel, Dead Can Dance und Pink Floyd.
Der Gesang versteckt sich meistens etwas unverständlich
im Soundwall, was das textliche Konzept etwas untergehen lässt,
die Musik jedoch mehr in den Mittelpunkt stellt. Ein Tontechniker
wird das als Nachteil sehen, ich sehe es als Vorteil, denn wenn
der Gesang mal präsenter wird, rückt die ganze Musik
auch näher an den deutschsprachigen Gothic-Kitsch und dann
wird ganz übel pathetisch, trotz (oder wegen?) dreierlei
opernhafter Minnegesänge.
Das Album funktioniert vor allem als ganzes, es gibt, oh Schreck,
keine Single... und die arabischen Elemente die das ganze haben
soll, die habe ich noch nicht gefunden...
Musikalisch, spieltechnisch und vom Sound her Klasse, der Gesang
ist nicht so mein Ding, wird aber die Jünger dieser Musik
aufs vollste befriedigen.
Ideal für den nächsten Mittelaltermarkt, das nächtliche
Burgfest oder die nächtliche Rollenspielsession.