Was soll
ich sagen... seit gut drei Wochen liegt das Promo nun schon
neben meinem CD - Player und hat sich in dieser Zeit auch schon
etliche Male in selbigen verirrt - aber wirklich schlau werd
ich daraus trotzdem nicht. Klar, bei rein objektiver Betrachtung
hat man es hier mit einem absoluten Prachtwerk zu tun. FATES
WARNING waren schon immer Meister des gediegenen Songwritings,
und so wimmelt es auch auf Disconnected
nur so von außergewöhnlichen Riffs und Songabschnitten, die
im Vergleich zu so manch anderem Prog/Metal - Werk nie ins Plakative
abrutschen. Aufgelöst werden diese komplexen Parts teilweise
durch eingängige Refrains, die sich perfekt in die Songs einfügen
und für ein homogenes Gesamtbild sorgen. In Kombination mit
Ray Alders ausdrucksstarker Stimme ergibt dies eine dezente,
düstere und intensive Atmosphäre - ein Prachtalbum eben, rein
theoretisch... Und trotzdem, so seltsam das auch klingen mag,
fehlt mir hier irgendwas. Es scheint mir fast so, wie wenn Disconnected
als ganzes Album bei mir nicht ‚funktionieren' würde, jedenfalls
hat es auch nach zahlreichen Durchläufen keinen bleibenden Eindruck
hinterlassen. Die einzelnen Songs unterscheiden sich zwar durchaus
voneinander, verkommen aber dennoch zum Einheitsbrei, wenn man
sie am Stück hintereinander abspielt - mit dem Ergebnis, daß
die Anfangs so intensive Atmosphäre immer weiter abflacht und,
wie erwähnt, keine bleibende Wirkung hat. Schade, denn so bleibt
unterm Strich trotz aller herausragenden Qualitäten nur ein
durchwachsener Eindruck - meine Note ist somit als Mittelweg
zwischen diesem Resümee und meinem Respekt vor der rein musikalischen
Leistung zu sehen.