FARMER BOYS – The Other Side
Label: Nuclear Blast
Release: 26. 01. 04
Von: Medion
Punkte: 8,5
 
Mit einem Donnerschlag wird die vierte CD der FARMER BOYS eingeläutet – und mit was für einem! For The World To Sing macht die lange kreative Pause des deutschen Quintetts vergessen und präsentiert den emotionalsten und bombastischsten Track, den die Band je geschrieben hat. Eine Hymne, die mich in ihrer vernichtenden Traurigkeit an aktuelle Paradise Lost erinnert. Und nun beginnt sie, die Achterbahnfahrt auf der anderen Seite… Die Bauernjungen legen Anfang 2004 mehr Wert auf Abwechslung und stilistische Vielfalt denn je. Nach dem sagenhaften Opener geht’s mit Like Jesus Wept auf metallische Tuchfühlung mit U2, während Once And For All rotzig und fast schon trashig rockt. Mit In My Darkest Hour wagen sich die Alternative Metaller sogar in Richtung Muse vor, ohne sich selbst untreu zu werden, wobei in den Lyrics witzigerweise sogar die „Absolution“ angesprochen wird. Weltschmerz, der einen runterzieht und gleichzeitig genug Platz für Hoffnung lässt! Fast schon poppig und Placebo-like mutet dann Stay Like This Forever an, kann aber als erster leichter Durchhänger auf The Other Side angesehen werden, weil es nicht so zündet und nicht die Energie der anderen Songs aufweist. Interessant ist schließlich das anfangs etwas sperrige und fast schon progressive What A Feeling Like – toller Songaufbau mit einem atmosphärischen Ende, in dem für ein paar Sekunden die James Bond-Theme aufflackert. Einen weiteren großartigen Track stellt dann Trail Of Tears mit seinem spacigen Feeling und leicht Devin Townsend-angehauchten Arrangement dar.
Die FARMER BOYS bieten mit ihrem Debut auf Nuclear Blast ein mehr als solides Album, welches Fans von emotionalem Rock/Metal nicht so einfach ignorieren sollten. Dieses Album ist groß und der damit verbundene Erfolg wäre der Band mehr als zu gönnen!

Farmer Boys