FALKENBACH – Heralding - The Fireblade

 
Label: Napalm Records
Release: 25.11.2005
Von: Psycho
Punkte: 8.5/10
Time: 42:10
Stil: Viking Metal
URL: Falkenbach
 

Das letzte FALKENBACH Album Ok Nefna Tysvar Ty ließ in den Augen vieler Fans doch ungewohnte Schwächen erkennen; irgendwie mangelte es den Kompositionen am endgültigen Feinschliff, und weiterhin vermisste man ein wenig die notwendige Rauheit, um das authentische Viking-Feeling auch tatsächlich erzeugen zu können.
Vermutlich hat daher Vratyas Vakyas, seines Zeichen seit langen Jahren Alleinunterhalter bei FALKENBACH, zwei mögliche Ursachen für diese Situation ausgemacht und auch gleich konsequent beseitigt: anstatt alle Instrumente alleine einzuspielen und dabei zwangsweise viele Parts am Computer zusammenzubasteln hat er sich diesmal drei kompetente Mitstreiter gesucht, und bei den Songs gibt es eine erfreuliche Rückbesinnung auf die alten Werte zu erkennen. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch trotzdem zu vermelden, denn die meisten der acht Stücke auf Heralding – The Fireblade sind alles andere neu (kein Wunder, also dass sie stilistisch nach den ersten beiden Alben klingen...). Dabei handelt es sich dann entweder um neue Versionen alter Klassiker (wie z.B. beim Opener Heathen Foray) oder aber um eher unbekannte Demo- oder Bonus-Tracks aus frühen Schaffenstagen.
Beschweren kann man sich über diesen Umstand allerdings nicht, denn das dargebotene Material ist durch die Bank hochklassig, was sowohl die Kompositionen als solches als auch die Inszenierung betrifft und auch die neuen Stücke mit einbezieht. Bereits der angesprochene Opener zeigt diesen Umstand deutlich: die gekonnte Bearbeitung lässt das Stück viel schlüssiger und prägnanter erscheinen, während durch die echten Musiker ein viel organischer wirkendes Klangspektrum entsteht, welches den Hörer sofort in den Bann zieht. Mit dem neuen Old Forests Unknown und dem alten Laeknishendr hat man sogar wieder richtig harte, an die lang zurückliegenden blackmetallischen Wurzeln erinnernde Stücke an Bord, die sich aber aufgrund intelligenter Breaks und grandioser Atmosphäre gut in das Album einfügen.
Hervorragend auch Havamal, bei dem tolle Melodien und Chöre eine erhabene Stimmung erzeugen, während es in Walkiesjar eher harsch und düster zugeht. Der Kreischgesang ist wüst und aggressiv, während die cleanen Vocals die bisher besten in der Historie FALKENBACHs darstellen.
Insgesamt also eine reife Leistung, die in dieser Form mit ausschließlich neuem Material sogar noch eine etwas höhere Bewertung bekommen hätte. Aber auch so reicht es für Heralding – The Fireblade in diesem für den Viking Metal wirklich gutem Jahr noch allemal zu fetten 8,5 Punkten. Und mit dem Digipack bekommt aufgrund des ca. 8 Minuten langen Instrumentals Gjallar auch noch ein wenig mehr fürs Geld...