Das letzte
FALKENBACH Album Ok Nefna Tysvar
Ty ließ in den Augen vieler Fans doch ungewohnte
Schwächen erkennen; irgendwie mangelte es den Kompositionen
am endgültigen Feinschliff, und weiterhin vermisste man
ein wenig die notwendige Rauheit, um das authentische Viking-Feeling
auch tatsächlich erzeugen zu können.
Vermutlich hat daher Vratyas Vakyas, seines Zeichen seit langen
Jahren Alleinunterhalter bei FALKENBACH, zwei
mögliche Ursachen für diese Situation ausgemacht und
auch gleich konsequent beseitigt: anstatt alle Instrumente alleine
einzuspielen und dabei zwangsweise viele Parts am Computer zusammenzubasteln
hat er sich diesmal drei kompetente Mitstreiter gesucht, und
bei den Songs gibt es eine erfreuliche Rückbesinnung auf
die alten Werte zu erkennen. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch
trotzdem zu vermelden, denn die meisten der acht Stücke
auf Heralding – The Fireblade
sind alles andere neu (kein Wunder, also dass sie stilistisch
nach den ersten beiden Alben klingen...). Dabei handelt es sich
dann entweder um neue Versionen alter Klassiker (wie z.B. beim
Opener Heathen Foray) oder aber um eher unbekannte
Demo- oder Bonus-Tracks aus frühen Schaffenstagen.
Beschweren kann man sich über diesen Umstand allerdings
nicht, denn das dargebotene Material ist durch die Bank hochklassig,
was sowohl die Kompositionen als solches als auch die Inszenierung
betrifft und auch die neuen Stücke mit einbezieht. Bereits
der angesprochene Opener zeigt diesen Umstand deutlich: die
gekonnte Bearbeitung lässt das Stück viel schlüssiger
und prägnanter erscheinen, während durch die echten
Musiker ein viel organischer wirkendes Klangspektrum entsteht,
welches den Hörer sofort in den Bann zieht. Mit dem neuen
Old Forests Unknown und dem alten Laeknishendr
hat man sogar wieder richtig harte, an die lang zurückliegenden
blackmetallischen Wurzeln erinnernde Stücke an Bord, die
sich aber aufgrund intelligenter Breaks und grandioser Atmosphäre
gut in das Album einfügen.
Hervorragend auch Havamal, bei dem tolle Melodien und
Chöre eine erhabene Stimmung erzeugen, während es
in Walkiesjar eher harsch und düster zugeht. Der
Kreischgesang ist wüst und aggressiv, während die
cleanen Vocals die bisher besten in der Historie FALKENBACHs
darstellen.
Insgesamt also eine reife Leistung, die in dieser Form mit ausschließlich
neuem Material sogar noch eine etwas höhere Bewertung bekommen
hätte. Aber auch so reicht es für Heralding
– The Fireblade in diesem für den Viking
Metal wirklich gutem Jahr noch allemal zu fetten 8,5 Punkten.
Und mit dem Digipack bekommt aufgrund des ca. 8 Minuten langen
Instrumentals Gjallar auch noch ein wenig mehr fürs
Geld...