EXCRUCIATION – Angels To Some, Demons To Others

 
Label: Nonstop Music Records
Release: 12.01.2007
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 55:16
Stil: Doom Metal
URL: Excruciation
 
Bevor ich auf die Musik eingehe, möchte ich der Promo-Abteilung von Nonstop Music Records ein großes Lob aussprechen! Ich habe noch selten so ein informatives Paket erhalten wie es bei den Beilagen zur aktuellen CD von EXCRUCIATION, nämlich Angels To Some, Demons To Others, der Fall ist. Neben Infos zum Werdegang der Band und einer ausführlichen Diskographie sind auch alle Texte ausgedruckt und beigelegt worden!!! Großes Kompliment dafür!
EXCRUCIATION sind bis jetzt spurlos an mir vorbei gegangen, und dass obwohl die Gruppe bereits seit 1985 ihr Unwesen treibt. Dazwischen legten die Jungs eine kurze Pause von 14 Jahren ein, um sich bei Pizza und Wein wieder zusammen zu schließen, um weitere Schandtaten zu verüben.
Die Doom-Gemeinde wird es ihnen danken, denn Angels To Some, Demons To Others ist ein gelungenes Comeback. Die Schweizer gehen dabei gewöhnungsbedürftig zu Werke was die stimmliche Darbietung angeht. Sänger Eugenio Meccariello verfügt über ein äußerst variables Organ, das verschiedene Facetten aufblitzen lässt. Dabei klingen die dunkle, klare Stimmlage und der Sprechgesang sehr angenehm, wohingegen mich der eher Hardcore-artige Anstrich seiner Stimmbänder vorerst richtiggehend abgeschreckt hat. Im Verlauf der 55 Minuten gewöhnte ich mich aber immer mehr an dieses extravagante Stilmittel.
Die Musik konnte mich von Beginn an begeistern, denn es geht meist schleppend, bedrückend und sehr emotional zur Sache. Lupenreiner Doom Metal ertönt über weite Strecken, doch EXCRUCIATION vergisst keineswegs auf die Macht eingestreuter Doublebass Sequenzen, die wie das Salz in der Suppe im wie Lava zähflüssig dahin kriechenden Material wirken. Ein richtiger Ohrwurm taucht auch schon bald auf, nämlich Like Hyde In Jekyll – nicht nur dank des einprägsamen Refrains sondern auch aufgrund der dynamischen Rhythmik sticht dieses 6 minütige Werk qualitativ ein Stückchen heraus.
Das Attribut „erdig“ trifft auf die Komponierweise von EXCRUCIATION wohl recht genau zu, auf Keyboards verzichtet die Band nämlich durchgehend. Doch wozu auch auf die Möglichkeit von Tastenklängen zurückgreifen, wenn durch Takt- und Tempowechsel die Stimmungen so gekonnt variiert werden können? So erhöhen die Jungs etwa in Smashed das Tempo gehörig, um mit Solitude Pt.II ein entspanntes instrumentales Stück als Kontrast folgen zu lassen. Gerade hat man sich dann zurückgelehnt, genießt noch die ersten Sekunden des schönen Auftakts von Mo(u)rning Again, schon reißt die Doublebass die Stimmung wieder herum und zieht den Hörer weiter in einen Strudel aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Dennoch blitzt in den Texten eine Art Trotzigkeit und Wille zum Kämpfen und Weitermachen auf, ein Licht am Ende des Tunnels…Im Song Black stellen EXCRUCIATION die Frage, was am Lebensende stehen könnte, und die Antwort spricht wohl jedem Anhänger dunkler Klänge aus dem Herzen: „and all is black, eternal black, and it stays black, forever and ever black…“
Mich erinnern EXCRUCIATION musikalisch das eine oder andere Mal an die Texaner Solitude Aeturnus und somit sollten sich auch Fans dieser Meister der Langsamkeit angesprochen fühlen – doch Achtung: die Stimme ist wirklich anfangs gewöhnungsbedürftig! In seiner Gesamtheit wird Angels To Some, Demons To Others sicher jeden Doom Fanatiker zufrieden stellen, wenn nicht sogar begeistern können!