Bevor
ich auf die Musik eingehe, möchte ich der Promo-Abteilung
von Nonstop Music Records ein großes Lob aussprechen!
Ich habe noch selten so ein informatives Paket erhalten wie
es bei den Beilagen zur aktuellen CD von EXCRUCIATION,
nämlich Angels To Some, Demons To Others,
der Fall ist. Neben Infos zum Werdegang der Band und einer ausführlichen
Diskographie sind auch alle Texte ausgedruckt und beigelegt
worden!!! Großes Kompliment dafür!
EXCRUCIATION sind bis jetzt spurlos an mir
vorbei gegangen, und dass obwohl die Gruppe bereits seit 1985
ihr Unwesen treibt. Dazwischen legten die Jungs eine kurze Pause
von 14 Jahren ein, um sich bei Pizza und Wein wieder zusammen
zu schließen, um weitere Schandtaten zu verüben.
Die Doom-Gemeinde wird es ihnen danken, denn Angels
To Some, Demons To Others ist ein gelungenes Comeback.
Die Schweizer gehen dabei gewöhnungsbedürftig zu Werke
was die stimmliche Darbietung angeht. Sänger Eugenio Meccariello
verfügt über ein äußerst variables Organ,
das verschiedene Facetten aufblitzen lässt. Dabei klingen
die dunkle, klare Stimmlage und der Sprechgesang sehr angenehm,
wohingegen mich der eher Hardcore-artige Anstrich seiner Stimmbänder
vorerst richtiggehend abgeschreckt hat. Im Verlauf der 55 Minuten
gewöhnte ich mich aber immer mehr an dieses extravagante
Stilmittel.
Die Musik konnte mich von Beginn an begeistern, denn es geht
meist schleppend, bedrückend und sehr emotional zur Sache.
Lupenreiner Doom Metal ertönt über weite Strecken,
doch EXCRUCIATION vergisst keineswegs auf die
Macht eingestreuter Doublebass Sequenzen, die wie das Salz in
der Suppe im wie Lava zähflüssig dahin kriechenden
Material wirken. Ein richtiger Ohrwurm taucht auch schon bald
auf, nämlich Like Hyde In Jekyll – nicht
nur dank des einprägsamen Refrains sondern auch aufgrund
der dynamischen Rhythmik sticht dieses 6 minütige Werk
qualitativ ein Stückchen heraus.
Das Attribut „erdig“ trifft auf die Komponierweise
von EXCRUCIATION wohl recht genau zu, auf Keyboards
verzichtet die Band nämlich durchgehend. Doch wozu auch
auf die Möglichkeit von Tastenklängen zurückgreifen,
wenn durch Takt- und Tempowechsel die Stimmungen so gekonnt
variiert werden können? So erhöhen die Jungs etwa
in Smashed das Tempo gehörig, um mit Solitude
Pt.II ein entspanntes instrumentales Stück als Kontrast
folgen zu lassen. Gerade hat man sich dann zurückgelehnt,
genießt noch die ersten Sekunden des schönen Auftakts
von Mo(u)rning Again, schon reißt die Doublebass
die Stimmung wieder herum und zieht den Hörer weiter in
einen Strudel aus Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Dennoch
blitzt in den Texten eine Art Trotzigkeit und Wille zum Kämpfen
und Weitermachen auf, ein Licht am Ende des Tunnels…Im
Song Black stellen EXCRUCIATION die
Frage, was am Lebensende stehen könnte, und die Antwort
spricht wohl jedem Anhänger dunkler Klänge aus dem
Herzen: „and all is black, eternal black, and it stays
black, forever and ever black…“
Mich erinnern EXCRUCIATION musikalisch das
eine oder andere Mal an die Texaner Solitude Aeturnus und somit
sollten sich auch Fans dieser Meister der Langsamkeit angesprochen
fühlen – doch Achtung: die Stimme ist wirklich anfangs
gewöhnungsbedürftig! In seiner Gesamtheit wird Angels
To Some, Demons To Others sicher jeden Doom Fanatiker
zufrieden stellen, wenn nicht sogar begeistern können!