Give
me head, baby, take me to the Edge Of Fire… Da bratzen
die Gitarren, die Keyboards liefern eine kalorienreiche Grundlage,
der Drummer knüppelt ordentlich, versteht es aber auch,
seine Sticks ab und an zu schonen. Dem Sänger schwillt
die Halsschlagader, ob der Kraft, die er für die fetten
Refrains und Chorusse aufbringen muss. Dass auch der Bassist
ein fingerfertiges Kerlchen ist, muss nicht extra betont werden.
ETERNAL FLIGHT spielen progressiven Power-Metal der musikalisch-technisch
sauberen Sorte. Angestrengt und voller schwerblütigem Gestus
riecht Under The Sign Of Will nach schweißtreibender,
harter Arbeit. Das meist im gehobenen Mid-Tempo Gebotene, ist
nicht wirklich schlecht, aber so richtig gut halt auch nicht.
Manche Melodie zündet nicht (Miracle), andere, wie
Ghost (With A different Soul) brauchen fast die halbe
Lauflänge, um zu einem wirklich starken Track zu wachsen.
Gerade diese letzte Passage mit ihren Tempowechseln, den Emotionen,
die diesmal originär rüber kommen, zeigt einen Weg,
den ETERNAL FLIGHT gehen könnten, um von einer höchst
durchschnittlichen Powerprog-Band zu etwas Besonderem zu werden.
Also gespannt auf’s nächste Album warten. Beim Vorliegenden
gilt weitgehend: „tausendmal gehört und tausendmal
ist nix passiert…“
PS.: Spätestens nach dem dritten Bier gewinnen interessanterweise
einige der Songs – vor allem das gefühlvolle Dark
Society und der Einstieg Edge Of Fire – ungemein
an Qualität. Nach einer ganzen Kiste müsste es zum
Album des Jahres reichen. Aber wer will ernsthaft die Probe
auf’s Exempel starten?