In 2001
erblickte ein kleines Mirakel zum ersten Mal das Licht der Welt.
Vier Jungs (Jari Mäenpää/Gesang & Gitarre,
Markus Toivonen/Gitarre, Jukka-Pekka Miettinen/Bass und Oliver
Fokin/Schlagzeug) bewiesen endgültig warum Finnland, nebst
Deutschland und Schweden zu den metallischsten Ländern
der Welt gehört. Dass seit einigen Jahren mehrere talentierte
Bands aus finnischen Landen kommen, wussten wir schon. Auch
dass sie unter ihren Genres (hauptsächlich Melodic Power
und Melodic Death) zu den besten Newcomern der Welt gezählt
werden könnten, da sie sowohl mit ihren Instrumenten tadellos
umgehen können, als auch ebenso tadellos produziert wurden
(ich sage nur Finnvox), ist nicht neu. Wo diese finnischen Granaten
immer wieder herauskrabbeln, ist mir unbekannt; ich bücke
mich nur, ziehe den Hut und bedanke mich für all diese
wunderschöne Musik: Sonata Arctica, Children Of Bodom,
Norther... und dann gibt es noch die Burschen von ENSIFERUM.
Vom
Cover her erwartete ich nicht allzuviel. Passt zwar gut zur
Musik, ist mir aber ein bisschen zu altmodisch, mittelalterlich,
düster... Ich weiß nicht. Die Songtitel gaben mir
auch nichts besonderes. Aber dann zog ich einige Songs vom Netz
runter und wurden einfach weggeblasen. Rein musikalisch reden
wir hier über Melodic Death/Black mit Viking/Mittelalter
Einflüssen. So eine Combo hat jeder sicherlich schon tausendmal
gehört, aber nicht so ausgereift wie hier, dass verspreche
ich euch! Was den Jungs mit diesem selbstgenannten Debüt
gelungen ist, ist wirklich nicht in Worte zu fassen. Man muss
es selbst hören. Schon beim Opener Hero In A Dream
(der nach dem kurzem obligatorischen Intro aus den Boxen knallt)
zeigt die Band wofür sie steht, und welche Marschrichtung
eingeschlagen wird. Der Song ist einfach supergeil, mit schnellen
Passagen, harten Passagen, dem unglaublichen Kreischgesang von
Jari, und der sautightem Rhythmussektion. Besser könnte
ein Album nicht eröffnet werden! Und es geht weiter mit
Token Of Time, das ein bisschen langsamer aus den Speakern
kommt, dafür aber keineswegs an Härte verliert und
schon wie beim Erstlingssong mit herrlichen Chören daherkommt,
die zum Mitgrölen schreien. Danach folgt Guardians
Of Fate und mir steigen beinah die Tränen in den Augen.
Es wird noch mal aufs Gaspedal getreten, und die Chören
sind purer Stahl.
So
geht’s weiter durch das ganze Album und es gibt keinen
einzigen Song, der als schlecht oder Füller bezeichnet
werden könnte. Seien es schnelle Songs (wie die schon Erwähnten,
Windrider oder Battle Song [hört das
Ende dieses Songs, oh Gott im Himmel!!!) oder langsame (Old
Man, Little Dreamer oder Abandoned),
die Jungs wissen 100% zu überzeugen und jede einzelne Sekunde
ist einfach himmlisch! Man lässt die Songs genug Zeit zur
Entwicklung, was bei der Spielzeit der Songs zu merken ist.
Einige Lieder beginnen erst ruhig und langsam, entpuppen sich
dann aber als wahre Geschwindigkeitsorgien, behalten aber die
ganze Zeit das Interesse des Zuhörers. So endet z.B. der
Song Abandoned mit einem langen traurigen instrumentalem
Outro, was zur Fähigkeit der Finnen ganz viel sagt. Natürlich
ist der Sound auch glasklar, und jedes Instrument kommt reif
und fein rüber, so wie wir es von den Finnen gewohnt sind.
Ein
absoluter Killer, vom Anfang bis zum Ende. Bleibt nur abzuwarten,
ob sie das mit dem neuen Album – das übrigens Anfang
2004 erscheinen wird – noch toppen können. Ich freue
mich auf die Zukunft, und hoffe dass ENSIFERUM
noch viele produktive Jahre vor sich haben.