ENFORSAKEN – Embraced By Misery

 
Label: Cartel Media
Release: 15.08.2005
Von: Stormlord
Punkte: 7,5/10
Time: 44:06
Stil: Melodic Death Metal
URL: Enforsaken
 

Schon vor ein paar Jahren erblickte Embraced By Misery das Licht der Welt, hier liegt das Album als Wiederveröffentlichung vor. Zwei Songs von ihrer Demo-CD (einer davon mit anderem Sänger) sowie ein Remix wurden hinzugefügt, um die originale Spielzeit einer halben Stunde zu verlängern. Leider wurde die Chance, den ursprünglichen (auf Demo-Niveau befindlichen) Sound zu verbessern, nicht genutzt. So kommen die guten Gitarrenmelodien leider nicht besonders gut zur Geltung, die für schwedischen Melodic Death Metal typischen Harmonien gehen im Soundbrei allzu oft unter. Aber halt! ENFORSAKEN sind ja gar keine Schweden, sondern aus Illinois!
Musikalisch wird eher die härtere Schiene gefahren, das Tempo ist allerdings nicht durchgehend hoch. Die Jungs haben schon beim Debüt begriffen, dass ständige Blastbeats der Geschwindigkeit den Reiz nehmen und langweilig werden. Vereinzelt wechselt Sänger Steven Sagala auch in die klare Stimmlage und lockert so die gut ins Ohr pfeifende Mischung auf. Der Titelsong Embraced By Misery rast mit Spitzengeschwindigkeit dahin, die schnittigen Gitarren und Breaks geben dem Track aber eine Portion Abwechslung; Dead Light, Dead Night ist für mich das Highlight der Platte – dieses Lied ist auch in verbessertem Soundgewand auf der neuen CD The Forever Endeavor zu finden. Besonders der prägnante Refrain hinterlässt seine Spuren, auch die tolle Bridge vor dem Chorus lässt aufhorchen, ein wahres Songjuwel der Sonderklasse! Hier erkennt man das große Potential der Band. Into The Everblack kann dieses Qualitätslevel halten, schön dahinwalzend, zieht das Tempo immer wieder kurzzeitig an, um dann groovigen „Let´s Go!“-Parts zu weichen – sehr gut gemacht. Im Mittelteil wird der Fuß vollständig vom Gaspedal genommen, um nach dem Ruhepol wieder Spannung aufzubauen. So soll es sein! Das geht den übrigen Kompositionen ein wenig ab: im Ohr hängen bleibende Teile, hervorstechende Melodiebögen und Mitbangparts. Die übrigen Tracks sind noch nicht ausgefeilt genug, um zur absoluten Spitze zu gehören. Ansätze gibt es genügend und der Rest von Embraced By Misery ist auf keinen Fall schlecht oder durchschnittlich! Schon mit der folgenden CD, dem bereits erwähnten The Forever Endeavor gelingt der Band ein gewaltiger Schritt vorwärts. Von meiner Seite kommt also der Rat an alle Death Metal Fans, die Melodien mögen: hört mal rein und legt nicht allzu großen Wert auf klaren, transparenten Sound, dann könnt ihr den einen oder anderen Song entdecken, der euch Freude bereiten wird.
P.S.: Völlig und absolut daneben und grauenhaft, dass es mir alle Zehennägel aufrollt und die Haare zu Berge stehen lässt, ist der überflüssige Electro-Remix von Of Open Wounds… - für dieses akustische Verbrechen an einem Metal Fan sollte man die Amerikaner eigentlich verklagen! Diesen Song bis zum Ende durchzuhalten, um ihn kritisieren zu können, das ist hart wie Kruppstahl und zäh wie Leder sag ich euch! Er fällt deshalb als Streichresultat aus der Wertung. Ich brauche jedenfalls jetzt eine gehörige Portion Death Metal, um meine Ohren von diesem Klangsondermüll zu reinigen…