Schon vor
ein paar Jahren erblickte Embraced By Misery
das Licht der Welt, hier liegt das Album als Wiederveröffentlichung
vor. Zwei Songs von ihrer Demo-CD (einer davon mit anderem Sänger)
sowie ein Remix wurden hinzugefügt, um die originale Spielzeit
einer halben Stunde zu verlängern. Leider wurde die Chance,
den ursprünglichen (auf Demo-Niveau befindlichen) Sound
zu verbessern, nicht genutzt. So kommen die guten Gitarrenmelodien
leider nicht besonders gut zur Geltung, die für schwedischen
Melodic Death Metal typischen Harmonien gehen im Soundbrei allzu
oft unter. Aber halt! ENFORSAKEN sind ja gar
keine Schweden, sondern aus Illinois!
Musikalisch wird eher die härtere Schiene gefahren, das
Tempo ist allerdings nicht durchgehend hoch. Die Jungs haben
schon beim Debüt begriffen, dass ständige Blastbeats
der Geschwindigkeit den Reiz nehmen und langweilig werden. Vereinzelt
wechselt Sänger Steven Sagala auch in die klare Stimmlage
und lockert so die gut ins Ohr pfeifende Mischung auf. Der Titelsong
Embraced By Misery rast mit Spitzengeschwindigkeit
dahin, die schnittigen Gitarren und Breaks geben dem Track aber
eine Portion Abwechslung; Dead Light, Dead Night ist
für mich das Highlight der Platte – dieses Lied ist
auch in verbessertem Soundgewand auf der neuen CD The
Forever Endeavor zu finden. Besonders der prägnante
Refrain hinterlässt seine Spuren, auch die tolle Bridge
vor dem Chorus lässt aufhorchen, ein wahres Songjuwel der
Sonderklasse! Hier erkennt man das große Potential der
Band. Into The Everblack kann dieses Qualitätslevel
halten, schön dahinwalzend, zieht das Tempo immer wieder
kurzzeitig an, um dann groovigen „Let´s Go!“-Parts
zu weichen – sehr gut gemacht. Im Mittelteil wird der
Fuß vollständig vom Gaspedal genommen, um nach dem
Ruhepol wieder Spannung aufzubauen. So soll es sein! Das geht
den übrigen Kompositionen ein wenig ab: im Ohr hängen
bleibende Teile, hervorstechende Melodiebögen und Mitbangparts.
Die übrigen Tracks sind noch nicht ausgefeilt genug, um
zur absoluten Spitze zu gehören. Ansätze gibt es genügend
und der Rest von Embraced By Misery
ist auf keinen Fall schlecht oder durchschnittlich! Schon mit
der folgenden CD, dem bereits erwähnten The
Forever Endeavor gelingt der Band ein gewaltiger
Schritt vorwärts. Von meiner Seite kommt also der Rat an
alle Death Metal Fans, die Melodien mögen: hört mal
rein und legt nicht allzu großen Wert auf klaren, transparenten
Sound, dann könnt ihr den einen oder anderen Song entdecken,
der euch Freude bereiten wird.
P.S.: Völlig und absolut daneben und grauenhaft, dass es
mir alle Zehennägel aufrollt und die Haare zu Berge stehen
lässt, ist der überflüssige Electro-Remix von
Of Open Wounds… - für dieses akustische
Verbrechen an einem Metal Fan sollte man die Amerikaner eigentlich
verklagen! Diesen Song bis zum Ende durchzuhalten, um ihn kritisieren
zu können, das ist hart wie Kruppstahl und zäh wie
Leder sag ich euch! Er fällt deshalb als Streichresultat
aus der Wertung. Ich brauche jedenfalls jetzt eine gehörige
Portion Death Metal, um meine Ohren von diesem Klangsondermüll
zu reinigen…