EM SINFONIA - Intimate Portrait

Label: Hammerheart Records

Release: 2000

Von: Psycho

Punkte: 5

   
Ah, endlich mal wieder eine Gothic Metal-Platte, darauf hatte ich wirklich schon lange gewartet... Ok, bleiben wir ernsthaft. Man muß heutzutage schon sehr originell oder verdammt gut sein, um in diesem Sektor noch irgendwie positiv aufzufallen. Leider bieten uns EM SINFONIA jedoch nur die bekannte und daher halt durchschnittliche Kost, die man von so einer CD erwarten kann.
Obwohl, einige Besonderheiten gibt es schon zu vermelden. So handelt es sich hierbei um ein Nebenprojekt von Broken Hope-Klampfer Brian Griffin, was immerhin den Vorteil hat, daß es spiel- und produktionstechnisch nichts zu meckern gibt. Weiterhin hat Sängerin Bunny zwar einen bescheuerten Namen, überzeugt aber auf der anderen Seite mit ihrer eher AOR-orientierten, erwachsen klingenden Stimme und hebt sich damit wohltuend vom leidenden Teenie-Jaller-Allerlei ab, welchen man sonst im Allgemeinen zu hören bekommt.
Nützt aber alles nichts, da die Songs einfach zu wenig Höhepunkte besitzen, packende Momente oder Melodien/Arrangements praktisch überhaupt nicht vorkommen und alles viel zu glatt wirkt. Statt dessen dominiert die altbekannte Mischung aus f/m (gut/böse) Gesang, schwülstigen Keyboardwänden, gewollt elegischen Gitarrenmelodien und gelegentlichen Kuscheleinlagen. Man kann die CD mehrfach hintereinander hören, ohne daß dabei irgend etwas hängen bleibt. Stimmt wirklich, ich hab's ausprobiert...
Doch stop, eine Sache hätte ich dabei beinahe erfolgreich aus meinem Gedächtnis verdrängt, nämlich die völlig überflüssige und absolut mißlungene Coverversion des Iron Maiden-Klassikers Revelations, mit der sich die Band wirklich tief in die Nesseln setzt!
Und was bekommt für ansonsten solide, aber fade Hausmannskost? Eine Aufforderung zu mehr Mut und Originalität und als Anreiz dazu 5 Punkte...


Em Sinfonia