Au Mann!
Also Leute, wenn ihr mal wieder was braucht, um die Nachbarskinder
zu erschrecken oder dafür sorgen wollt, dass eure Mitmenschen
wirklich sämtliche Klischees über Gothics/ Schwarze/
langhaarige Bombenleger o.ä. Volk für real halten,
dann müsst ihr euch diese CD kaufen und gaaaannnzzz laut
abspielen...
Wer hingegen von einer CD ein Mindestmaß an musikalischer
Begabung, an Songideen und auch investierter Arbeit erwartet,
der wird dieses Machwerk für genauso lächerlich, überflüssig
und grottenschlecht halten wie ich, denn ELISABETHA
sind mit Abstand die untalentierteste Band, die ich je gehört
habe. Vermutlich soll das ganze so eine Art Horrorsoundtrack
im Gothic/Wave-Gewand darstellen, aber bereits dass Intro (zu
wabernden Klängen wird mit schwer runter gepitchter Stimme
unheilvolles Zeug erzählt, von dem man zum Glück aufgrund
dieser eingesetzten Technik kein Wort versteht) ist an Peinlichkeit
kaum zu überbieten, und das erste Stück Unheilvolle
Kreaturen im Mondlicht artet mit seinen 10 Minuten Länge
zu einem echten (Ohren-)Foltertrip aus. Am besten gefallen mir
daran noch die ganz im Hintergrund eingesampelten Fetzen aus
dem Francis Ford Coppolas Dracula Soundtrack, wobei sich Wojciech
Kilar vermutlich schämen würde wenn er wüsste,
für welchen Mist man hier seine Kompositionen missbraucht
hat.
In der Folge wechseln sich dumpfes Geblubber, uninspirierte
Geräusche und dilettantische Musik in loser Folge ab, ohne
dass dabei entweder Sinn und Verstand und/oder Gefühl und
Atmosphäre zu erkennen wären. Abwechslung kommt erst
auf, als man beim siebten Stück Kloster der Hoffnung
von der Verunglimpfung des Gothic zur Verhohnepipelung des Black
Metal überwechselt, zwar mit einem lustigen Percussion-Teil,
aber ansonsten genauso mies wie der übrige Quatsch davor.
Selbst dafür kann es also keinen Gnadenpunkt geben, zumal
jede Kellerproduktion aus den 80ern transparenter und knackiger
klang als dieser Soundunfall hier.
Eines haben ELISABETHA zumindest geschafft:
Und Wirklichkeit erfüllt die Seele wieder
(mit dem bedeutungsschwangeren Untertitel Eine vampyrische
Lesung in zehn Akten) ist die erste CD, der ich definitiv
kein verkauftes Exemplar gönne. Da hilft auch keine tolerante
Grundeinstellung mehr; hier kann es nur 0 (in Worten: NULL)
Punkte geben!!! Und dass mir niemand was von Underground und
Kult (weil schlecht) erzählt. Auch dafür gibt es Grenzen...