Da
ist es, das neue und dritte Album von ELIS,
welches nun tragischerweise der verstorbenen Sängerin Sabine
Dünser ein episches Denkmal setzt. Es ist wirklich bitter
zu sehen, dass das bis dato beste Werk der Liechtensteiner jetzt
ohne die charismatische Sängerin auskommen muss und sie
selbst den Erfolg nicht mehr genießen kann.
Griefshire ist Teil eines Gesamtkonzeptes,
welches die Geschichte zweier Brüder erzählt, von
religiösem Wahn, der Suche nach Erlösung und der Sehnsucht
nach Wahrheit und Liebe. Ein perfektes Thema für ein metallenes
Gothic Album. Und auf Griefshire schöpft
man dafür wirklich aus dem Vollen. Ein fetter und druckvoller
Gitarrensound bildet zusammen mit der treibenden Rhythmusfraktion
die Grundfesten von Griefshire, dem
Streicherelemente einen symphonischen und heroischen Anstrich
verpassen. Naturinstrumente, Harfe und ein erhabener Chor setzen
Akzente, während das eine oder andere Gitarrensolo Griefshire
deutlich in die Metalecke schiebt. Darüber schwebt natürlich
Sabine mit ihrer Stimme, nicht zu hoch, kraftvoll und harmonisch,
oftmals geschichtet, um dem Gesang noch mehr Volumen und Tiefe
zu geben. Irgendwie fühlt man sich unwillkürlich an
Leaves Eyes erinnert, da sich die Gesangsharmonien ähneln.
Kraftvolle Gothic-Metal Nummern wie der Opener Tales From
Heaven Or Hell oder Remember The Promise und The
Burning gehen ins Ohr. Hier hat man ein ordentliches Maß
an Heaviness draufgelegt und trotz epischer Breite sind sie
treibend und recht fix. Die beiden deutschsprachigen Tracks
Die Stadt und Seit dem Anbeginn der Zeit wirken
hingegen ein wenig sperrig, bestürzen mit nahezu vorseherischen
Textzeilen, stören aber nicht den harmonischen Fluss und
setzen gerade dadurch Akzente. Show Me The Way wiederum
ist quasi die Single des Albums, welche zwar mit bangfreudigen
Rhythmen aufwarten kann, ansonsten aber für die breite
Masse angelegt ist. Auch am zuckersüßen Gothic-Pathos
kommt man nicht ganz vorbei, wie die Balladen How Long
und Forgotten Love beweisen. Dennoch endet Griefshire
betont heavy.
ELIS haben hier wirklich ein gutes Album abgeliefert,
das aus dem allgemeinen und ausgenudelten Gothic-Metal-Brei
ein wenig heraussteht.