ELIS – Griefshire

 
Label: Napalm Records
Release: 24.11.2006
Von: Dajana
Punkte: 7.5/10
Time: 52:35
Stil: Gothic Metal
URL: Elis
 
Da ist es, das neue und dritte Album von ELIS, welches nun tragischerweise der verstorbenen Sängerin Sabine Dünser ein episches Denkmal setzt. Es ist wirklich bitter zu sehen, dass das bis dato beste Werk der Liechtensteiner jetzt ohne die charismatische Sängerin auskommen muss und sie selbst den Erfolg nicht mehr genießen kann.
Griefshire ist Teil eines Gesamtkonzeptes, welches die Geschichte zweier Brüder erzählt, von religiösem Wahn, der Suche nach Erlösung und der Sehnsucht nach Wahrheit und Liebe. Ein perfektes Thema für ein metallenes Gothic Album. Und auf Griefshire schöpft man dafür wirklich aus dem Vollen. Ein fetter und druckvoller Gitarrensound bildet zusammen mit der treibenden Rhythmusfraktion die Grundfesten von Griefshire, dem Streicherelemente einen symphonischen und heroischen Anstrich verpassen. Naturinstrumente, Harfe und ein erhabener Chor setzen Akzente, während das eine oder andere Gitarrensolo Griefshire deutlich in die Metalecke schiebt. Darüber schwebt natürlich Sabine mit ihrer Stimme, nicht zu hoch, kraftvoll und harmonisch, oftmals geschichtet, um dem Gesang noch mehr Volumen und Tiefe zu geben. Irgendwie fühlt man sich unwillkürlich an Leaves Eyes erinnert, da sich die Gesangsharmonien ähneln. Kraftvolle Gothic-Metal Nummern wie der Opener Tales From Heaven Or Hell oder Remember The Promise und The Burning gehen ins Ohr. Hier hat man ein ordentliches Maß an Heaviness draufgelegt und trotz epischer Breite sind sie treibend und recht fix. Die beiden deutschsprachigen Tracks Die Stadt und Seit dem Anbeginn der Zeit wirken hingegen ein wenig sperrig, bestürzen mit nahezu vorseherischen Textzeilen, stören aber nicht den harmonischen Fluss und setzen gerade dadurch Akzente. Show Me The Way wiederum ist quasi die Single des Albums, welche zwar mit bangfreudigen Rhythmen aufwarten kann, ansonsten aber für die breite Masse angelegt ist. Auch am zuckersüßen Gothic-Pathos kommt man nicht ganz vorbei, wie die Balladen How Long und Forgotten Love beweisen. Dennoch endet Griefshire betont heavy.
ELIS haben hier wirklich ein gutes Album abgeliefert, das aus dem allgemeinen und ausgenudelten Gothic-Metal-Brei ein wenig heraussteht.