EERIE
stammen aus Bulgarien und Hollow Stare
versucht mit mystischem Metal unsere Gunst zu gewinnen. Das
gelingt zumindest bei mir nur teilweise.
Schon das Eröffnungsstück The Saint ist mir
zu wirr konzipiert. Die ersten beiden Minuten dominieren Keyboardschwaden,
die plötzlich von einem Schrei und einer kurzen musikalischen
Eruption abgelöst werden. Dieses Spielchen setzt sich auch
im Verlauf des Songs weiter fort, wobei die orientalischen Einflüsse
in der Melodieführung interessant erscheinen.
Leider bleibt bei der Mischung, die EERIE brauen,
nicht viel hängen, durchaus komplexe Musik also, die zum
Nebenbeihören nicht geschaffen ist. Einige gute Ansätze
sind vorhanden, vor allem die ruhigen Teile, die eine dichte
Atmosphäre transportieren.
Der Hase liegt bei den schnellen Teilen im Pfeffer, genau da
fehlt es nämlich an Durchschlagskraft. Der Death Metal
Anteil ist einfach zu durchschnittlich, um für Begeisterungsstürme
zu sorgen, die Stimme klingt in aggressiven Lagen noch ein wenig
unausgegoren, was aber sicher eine Geschmackssache darstellt.
Die Drums klingen sehr modern, um nicht zu sagen klinisch, was
im Gegensatz zu den traditionellen Einschüben steht –
Moderne gegen Mystizismus könnte man sagen; mir gefällt
es nicht besonders, kontrastreich ist es allemal. EERIE
sind sichtlich um Abwechslung bemüht, aber der berühmte
Funke springt trotz vielseitiger Instrumentierung und Tempovariation
nicht über. Natürlich gibt es einige akustische Höhepunkte,
wie das an vierter Stelle platzierte Master Race, das
einen gutklassigen Refrain und somit Wiedererkennungswert besitzt-
und mit dem dreiteiligen The Pool haben EERIE
eine gut durchkomponierte epische Trumpfkarte im Ärmel.
Hier lassen die Melodieführung, die klare Stimme und die
sich steigernde Intensität einen wahren Hörgenuss
entstehen. Die ruhigen Momente stehen klar im Vordergrund, hier
kann die Band ihre Stärken ausspielen.
So bin ich wirklich im Zwiespalt, denn einige Aspekte an Hollow
Stare sagen mir sehr zu, werden aber durch die
etwas holprigen und uninspirierten Death Metal Passagen getrübt.
EERIE haben es jedenfalls geschafft, sich sehr
schwer beschreiben zu lassen, da Elemente aus Doom, Black, Gothic
und sogar Thrash Metal vorhanden sind. Das verleiht ihnen einen
einzigartigen Anstrich, der nur mehr an Durchschlagskraft gewinnen
muss, um voll zu punkten.