EERIE – Hollow Stare

 
Label: Brutallica Records
Release: 20.02.2006
Von: Stormlord
Punkte: 6/10
Time: 46:11
Stil: Dark Death Metal
URL: Eerie
 
EERIE stammen aus Bulgarien und Hollow Stare versucht mit mystischem Metal unsere Gunst zu gewinnen. Das gelingt zumindest bei mir nur teilweise.
Schon das Eröffnungsstück The Saint ist mir zu wirr konzipiert. Die ersten beiden Minuten dominieren Keyboardschwaden, die plötzlich von einem Schrei und einer kurzen musikalischen Eruption abgelöst werden. Dieses Spielchen setzt sich auch im Verlauf des Songs weiter fort, wobei die orientalischen Einflüsse in der Melodieführung interessant erscheinen.
Leider bleibt bei der Mischung, die EERIE brauen, nicht viel hängen, durchaus komplexe Musik also, die zum Nebenbeihören nicht geschaffen ist. Einige gute Ansätze sind vorhanden, vor allem die ruhigen Teile, die eine dichte Atmosphäre transportieren.
Der Hase liegt bei den schnellen Teilen im Pfeffer, genau da fehlt es nämlich an Durchschlagskraft. Der Death Metal Anteil ist einfach zu durchschnittlich, um für Begeisterungsstürme zu sorgen, die Stimme klingt in aggressiven Lagen noch ein wenig unausgegoren, was aber sicher eine Geschmackssache darstellt. Die Drums klingen sehr modern, um nicht zu sagen klinisch, was im Gegensatz zu den traditionellen Einschüben steht – Moderne gegen Mystizismus könnte man sagen; mir gefällt es nicht besonders, kontrastreich ist es allemal. EERIE sind sichtlich um Abwechslung bemüht, aber der berühmte Funke springt trotz vielseitiger Instrumentierung und Tempovariation nicht über. Natürlich gibt es einige akustische Höhepunkte, wie das an vierter Stelle platzierte Master Race, das einen gutklassigen Refrain und somit Wiedererkennungswert besitzt- und mit dem dreiteiligen The Pool haben EERIE eine gut durchkomponierte epische Trumpfkarte im Ärmel. Hier lassen die Melodieführung, die klare Stimme und die sich steigernde Intensität einen wahren Hörgenuss entstehen. Die ruhigen Momente stehen klar im Vordergrund, hier kann die Band ihre Stärken ausspielen.
So bin ich wirklich im Zwiespalt, denn einige Aspekte an Hollow Stare sagen mir sehr zu, werden aber durch die etwas holprigen und uninspirierten Death Metal Passagen getrübt. EERIE haben es jedenfalls geschafft, sich sehr schwer beschreiben zu lassen, da Elemente aus Doom, Black, Gothic und sogar Thrash Metal vorhanden sind. Das verleiht ihnen einen einzigartigen Anstrich, der nur mehr an Durchschlagskraft gewinnen muss, um voll zu punkten.