EDGE OF THORNS – Masquerading Of The Wicked

 
Label: Twilight Zone Records
Release: 02.11.2007
Von: moonchild
Punkte: 8/10
Time: 46:48
Stil: Melodic Power Metal
URL: Edge Of Thorns
 
Und wieder einmal flattert mir die CD einer Band ins Haus, bei der ich mir denke: Warum habe ich von denen noch nichts gehört? – Hm, womöglich, weil man bei EDGE OF THORNS zunächst an das großartige Savatage-Album denkt? Das ist ja auch nicht ganz so falsch, schließlich klingen die Vocals von Sänger Dirk „Duke“ Schmitt manchmal sehr nach Jon Oliva, doch ich fühle mich auch stark an Chris Boltendahl (Grave Digger) erinnert. Die musikalische Einordnung ist mit Power Metal eigentlich viel zu eng gefasst und liegt wohl wirklich irgendwo zwischen den gerade erwähnten Bands.

Mit Masquerading Of The Wicked legen die fünf Jungs aus Bitburg nun ihr zweites Album vor. Wie man liest, konnte schon das Debüt Ravenland von 2004 überzeugen und diese Scheibe lässt hoffen, dass da auch in Zukunft noch einiges drin ist.
Musikalisch ausgefeilt und druckvoll kommen die zwölf Songs daher. Jeder hat seinen eigenen Charakter, nicht nur durch den vielseitigen Einsatz der Vocals und den dezenten Einsatz epischer Elemente, besonders die Gitarrenarbeit von Dave Brixius muss lobend erwähnt werden. Auch dass sich Piet Sielck (Iron Saviour) und Bernd Aufermann (Running Wild, Angel Dust) als Gastmusiker beteiligten, spricht für sich. Trotz der großen Spielfreude der Band gibt es viele Mitsing-Refrains, was einen Live-Auftritt von EDGE OF THORNS wohl zu einem ganz besonderen Erlebnis machen dürfte.
Mir fällt es schwer, einen Anspieltipp zu geben, denn das Album bewegt sich durch alle Songs hinweg auf einem ähnlichen qualitativen Level. Nur den einen oder anderen Song zu erwähnen, würde dem Album nicht gerecht werden. Allerdings fällt der zwölfte Song, Life, doch sehr aus dem Rahmen: er ist sehr kurz, sehr sanft und damit ein ganz ungewöhnlicher Abschluss für ein sonst teilweise recht hartes Album. Na, und da ich schon mal dabei bin, Vagrant ist ein klasse Song – und Hungry Eyes gefällt mir persönlich sehr.

Alles in allem ist Masquerading Of The Wicked ein kleiner Leckerbissen in der nicht wirklich geschmacklosen deutschen Metal-Landschaft dafür sorgen könnte, dass diese weiterhin in einer breiten Ausprägung bestehen bleibt. Angenehm fiel mir auf, dass EDGE OF THORNS sich nicht das momentan recht angesagte Etikett Progressive Metal aufdrückten, obwohl sie das, gerade was dieses Album angeht, sicherlich gekonnt hätten, denn die progressiven Elemente sind nicht zu überhören. Ja, nun darf man auch wieder leicht an Savatage denken – aber vergesst nicht, EDGE OF THORNS machen trotz Parallelen und Verwandtschaften ihre ganz eigene Musik.