Aber auch musikalisch
vermag die Band durchaus zu überzeugen. Ihr stark an
den klassischen Bay Area-Thrash angelegter Stil, der immer
wieder durch Einsprengsel aus dem (härteren) Power oder
(melodischen) Death Metal aufgelockert wird, erzeugt fast
permanent den richtigen Druck. Zudem lassen bei der Gitarrenarbeit,
neben den guten Rhythmus-Riffs, immer wieder kleine Einsprengsel
aufhorchen, die den Songs das gewisse Etwas verleihen.
Kommt der stimmige Opener Crossroads noch eher im
Midtempo und mit viel Double Bass Drums daher, so geht es
im weiteren Verlauf des Albums auch durchaus zügiger
zur Sache. EDGRECRUSHER sind aber trotzdem
keine Band für neue Geschwindigkeitsrekorde, sondern
setzen ihre Stilmittel lieber überlegt ein und wissen
auch, wie man intelligente, gut getimte Breaks in den Stücken
unterbringt, ohne dass die Härte darunter leidet. Von
daher ist es sicherlich kein Wunder, dass mir Songs wie 8
Hours, Darken My Spirit, Me And The Sun
oder der Titeltrack musikalisch sehr gut gefallen. Überhaupt
klingt das ganze Material bereits sehr ausgereift und so gar
nicht mehr nach Demo-Stadium; hier finden sich folglich keine
schwächeren Stücke oder Lückenfüller.
Allerdings habe
ich mit dem Gesang so meine Probleme. Sänger Igor klingt
eigentlich recht variabel und hat sicherlich ein gemein klingendes
Organ, aber häufig besitzt seine Stimme eine Art pathetischen
Unterton, der mir persönlich einfach nicht gefallen will.
Das ist natürlich eine Geschmacksfrage, aber trotzdem
für mich ein nicht zu übersehender Punkt.
Letztendlich ist
die Gesamtleistung der Band aber einfach zu stark, so dass
man sich 8 Punkte in jedem Fall redlich verdient hat. Hört
einfach mal rein, oder bestellt euch gleich die professionell
aufgemachte CD für 10,- € direkt bei der Band oder
diversen Online-Händlern. Denn mit dem Teil kann man
als Freund anspruchsvoller Thrash-Mucke eigentlich nichts
falsch machen.