ECHOES
OF DEVASTATION früher auch bekannt als Kobold, kommen
2008 mit ihrem zweiten Werk daher und präsentieren sich
deutlich ausgereifter als zu Kobold Zeiten. Schon der Opener
und Titeltrack My Cold Reign lässt keine Unsicherheit
aufkommen. Nach einem typischen Death Metal Intro gibt’s
auf die Fresse. Technischer Death Metal mit Groove-Elementen.
Der Sound ist ebenfalls besser als auf dem Vorgänger-Album
und so steht dem Vergnügen nichts mehr im Wege. Nachdem
My Cold Reign mit schnörkellosem Death Metal und
einem groovigen Bridge-part aufwarten kann, zeigt Living
Enes die andere Seite der Band. Hier hört man besonders
zu Anfang des Songs deutlich alte Göteborger Einflüsse
heraus. At The Gates und In Flames in frühen Tagen standen
wohl Pate für diesen, sowie auch für etliche Teile
des nächsten Songs. Gewürzt immer wieder von schnellen
oder groovigen Parts. Der Beginn von Hate erinnert mit
einer sehr coolen Melodie an Welcome Home (Sanitarium) von Metallica,
hat aber sonst nichts mit diesen zu tun. Sehr schnell kommt
man zurück zur gewohnten Mischung aus Death und Melodeath.
In diesem Song kommt die Stimme von Sänger Florian besonders
gut zur Geltung und macht ihn damit zum wohl besten Song des
Albums, was Christian und Simon in den letzten beiden Teilen
mit guter Gitarrenarbeit unterstreichen. Mit The Free Fall
folgt dann ein sehr groovlastiger Song, der manchmal schon
leicht an Hardcore erinnert. Leider der Schwachpunkt des Albums.
Danach besinnt man sich aber wieder auf guten alten Death Metal
und schmeichelt mit A Rising Mind und Castle Of Insanity
die Lauscher. Zu Beginn von Servants Of The Reign zeigen
sich dann auch noch mal ein paar Thrash-Einflüsse, die
ich bislang fast vermisst hätte. Cooler Song mit hoher
Livetauglichkeit, besonders durch das Crescendo-Finale. Dürfte
zum Standartsong im Liveset werden. Im letzten Song besinnt
man sich noch mal auf die etwas melodischeren Einflüsse
und beendet mit In Times Of Depression diese Scheibe
standesgemäß.
Im Gegensatz zum von mir nur mit 5 bewerteten Vorgänger
muss ich hier die 9 zücken. Sicher ist das Album nicht
perfekt, aber auf jedenfall ganz weit oben. Knackige Riffs,
technische Raffinesse und Groove gewürzt mit Melodien.
Sollte sich jeder Liebhaber alter Göteborger-, Stockholmer-
und Florida-Schule mal in Richtung Lauschlappen werfen. Respekt.