DIORAMA – Cubed

 
Label: Accession Records
Release: 19.03.2010
Von: Dajana
Punkte: 9/10
Time: 67:41
Stil: Electro
URL: Diorama
 
Während sich die Single-Auskopplung Child Of Entertainment nach wie vor auf Platz 1 der Deutschen Alternative Charts tummelt, rückt das nunmehr siebte Album Cubed nach und erhebt ebenfalls Anspruch auf die Pole-Position.
DIORAMA ist es einmal mehr gelungen, ein vielschichtiges, abwechslungsreiches und vor allem tiefgründiges Album zu veröffentlichen. Cubed klingt eigenwillig, manchmal ein klein wenig sperrig und offeriert eine emotionale Achterbahn, ohne jegliches Pathos.
Cubed startet tanzflächentauglich mit der Single Child Of Entertainment, gefolgt von Acid Trip und Ignite, wobei letzterer ungemein in die Beine geht. Danach wird es mit Gone Gone Gone und dem Titeltrack sehr ruhig, bevor man das Tempo verhalten wieder anzieht. Hier macht sich allerdings eine gewisse Langatmigkeit breit, die erst von dem treibenden Record Deal wieder aufgehoben wird, nur, um danach sofort wieder in eine Ballade zu verfallen. Aber dann wird gerockt, wobei mir besonders Refugee und Alpha Animal Complex gefallen.
Von der konzeptionellen Seite her haben sich DIORAMA von einem würfelartigen Hotelzimmer inspirieren lassen. Ein Würfel, der als Raum für die Inszenierung des eigenen Lebens dient - ob nun als Gefängnis, als Schutzraum oder als Bühne. Ungemein interessant finde ich die Wortwahl in den Texten und das teilweise „umgekehrte“ reimen (Linguisten haben da sicher einen Begriff für ;)).
Die verschiedentlich ausprobierten stilistischen Mittel beim Remixen der Single finden sich auch auf Cubed wieder, allerdings sehr hintergründig, wie überhaupt das ganze Album sehr subtil und verhalten ist. Manchmal wünscht man sich, das DIORAMA weniger kopflastig einfach mal drauflos rocken. Anderseits sollte man dieser Tage in dieser oberflächlichen Welt für jedes tiefgründige Stück Musik dankbar sein. Wunderbares Album!