CLAN OF XYMOX – Farewell

 
Label: Pandaimonium
Release: 05.09.2003
Von: Dajana
Punkte: 7/10
Time: 59:15
Stil: Electro
URL: Clan Of Xymox
 
Was sich schon auf der letzten Live Show im Mai angedeutet hatte, fand ich nun in Vollendung auf Farewell umgesetzt. CLAN OF XYMOX haben sich beinahe vollständig vom romantischen Gothic/Wave verabschiedet und bringen stattdessen ihre Musik in die Beine der Fans... und das mittels Elektro/ EBM. Der Vorgänger Notes From The Underground war ja schon um einiges harscher und kantiger als Creatures und die 2002 veröffentlichte There’s No Tomorrow Single markierte bereits die nun eingeschlagene Richtung.
Das ist jetzt aber alles kein Grund für die Romantiker, entsetzt die Hände hochzureißen. Denn COX schaffen es trotzdem ihre unvergleichlich düstere Atmosphäre aufzubauen und gerade Ronny’s Gesang gibt den Tracks trotz aller Tanzbarkeit eine tieftraurige melancholische Note.
Darüber hinaus wird aber in vollen Zügen in die Tasten von Keyboards, Synthesizer und Effektgeräten gehauen und fixe Beats kreiert. Die Gitarren rücken ziemlich weit in den Hintergrund. Wie immer ist es schwer, einzelne Tracks besonders hervorzuheben, da COX sich auf einem gleichbleibend hohem Level bewegen. Das eben erwähnte There’s No Tomorrow ist bereits in jedem Tanztempel präsent. Während die erste Hälfte der Tracks in die EBM Richtung gehen (Farewell, Cold Damp Day und There’s No Tomorrow), spielen Songs wie Courageous oder Into Extremes schon mal mit Future Pop Elementen, aber zum Glück ohne zu übertreiben. Dazwischen gibt es mit Dark Mood und One More Time einen Break hin zu ruhigeren, altgewohnten Gothic / Wave Gefilden, obwohl die elektronische Note erhalten bleibt. Und zum Abschluss kling Farewell mit zwei ruhigen Stücken (Losing My Head und Skindeep) aus. Insgesamt erinnerten mich die ruhigen Songs das eine oder andere Mal an alte Love Like Blood.
Mit Farewell beweisen CLAN OF XYMOX einmal mehr ihre Fähig- und Fertigkeiten, sich zu verändern, zu entwickeln und Neues zu probieren und dennoch sich selbst treu zu bleiben. Vielleicht hat man hier versucht, den quasi misslungenen Ausflug in elektronische Gefilde Anfang der 90iger eine zweite Chance zu geben. Und entweder haben es COX diesmal viel schlauer und ausgefeilter angestellt, oder der Musikgeschmack hat sich geändert... ich weiß es nicht. Jedenfalls scheint es diesmal besser zu funktionieren. Farewell ist ein tolles Album und dürfte sich nicht nur besser verkaufen, sondern auch die Fanbase um einiges vergrößern.