Was
sich schon auf der letzten Live Show im Mai angedeutet hatte,
fand ich nun in Vollendung auf Farewell
umgesetzt. CLAN OF XYMOX haben sich beinahe
vollständig vom romantischen Gothic/Wave verabschiedet
und bringen stattdessen ihre Musik in die Beine der Fans...
und das mittels Elektro/ EBM. Der Vorgänger Notes
From The Underground war ja schon um einiges harscher
und kantiger als Creatures und die
2002 veröffentlichte There’s No Tomorrow
Single markierte bereits die nun eingeschlagene Richtung.
Das ist jetzt aber alles kein Grund für die Romantiker,
entsetzt die Hände hochzureißen. Denn COX
schaffen es trotzdem ihre unvergleichlich düstere Atmosphäre
aufzubauen und gerade Ronny’s Gesang gibt den Tracks trotz
aller Tanzbarkeit eine tieftraurige melancholische Note.
Darüber hinaus wird aber in vollen Zügen in die Tasten
von Keyboards, Synthesizer und Effektgeräten gehauen und
fixe Beats kreiert. Die Gitarren rücken ziemlich weit in
den Hintergrund. Wie immer ist es schwer, einzelne Tracks besonders
hervorzuheben, da COX sich auf einem gleichbleibend
hohem Level bewegen. Das eben erwähnte There’s
No Tomorrow ist bereits in jedem Tanztempel präsent.
Während die erste Hälfte der Tracks in die EBM Richtung
gehen (Farewell, Cold Damp Day und There’s
No Tomorrow), spielen Songs wie Courageous oder
Into Extremes schon mal mit Future Pop Elementen, aber
zum Glück ohne zu übertreiben. Dazwischen gibt es
mit Dark Mood und One More Time einen Break
hin zu ruhigeren, altgewohnten Gothic / Wave Gefilden, obwohl
die elektronische Note erhalten bleibt. Und zum Abschluss kling
Farewell mit zwei ruhigen Stücken
(Losing My Head und Skindeep) aus. Insgesamt
erinnerten mich die ruhigen Songs das eine oder andere Mal an
alte Love Like Blood.
Mit Farewell beweisen CLAN
OF XYMOX einmal mehr ihre Fähig- und Fertigkeiten,
sich zu verändern, zu entwickeln und Neues zu probieren
und dennoch sich selbst treu zu bleiben. Vielleicht hat man
hier versucht, den quasi misslungenen Ausflug in elektronische
Gefilde Anfang der 90iger eine zweite Chance zu geben. Und entweder
haben es COX diesmal viel schlauer und ausgefeilter
angestellt, oder der Musikgeschmack hat sich geändert...
ich weiß es nicht. Jedenfalls scheint es diesmal besser
zu funktionieren. Farewell ist ein
tolles Album und dürfte sich nicht nur besser verkaufen,
sondern auch die Fanbase um einiges vergrößern.