COR SCORPII – Monument

 
Label: Descent Productions
Release: 09.03.2008
Von: Stormlord
Punkte: 9/10
Time: 47:29
Stil: Black Metal
URL: Cor Scorpii
 
Schon nach einer Minute wird klar: die Jungs haben es drauf, mitreißenden, hochmelodischen und kraftvollen Black Metal zu zelebrieren. Schon der optische Eindruck ist hervorragend, das Cover ist schlicht, aber sehr wirkungsvoll.
Musikalisch ziehen COR SCORPII alle Register, seien es die durchgehend fesselnden Arrangements, die schneidenden Gitarrensalven oder der intensiv gekreischte Gesang – vom Fleck weg und auf Anhieb spielt ich die Band ohne lange zu fackeln in einen wahren Spielrausch! So zielen die ersten beiden Stücke Ei Fane Svart und vor allem Endesong ohne Umschweife mitten ins Schwarze. Glücklicherweise setzen die Künstler hierbei nicht nur auf gnadenlose Geschwindigkeit, sondern verleihen ihren pfeilschnellen Liedern hymnische, teils getragene Momente. Die Atmosphäre erreicht astronomische Werte auf der Gänsehautskala, wenn dezente Keyboards das Doublebass/Gitarrengewitter unterstützen. I, The Damned kehrt dann zu Beginn noch stärker den erhabenen Aspekt im Klanguniversum der Norweger heraus und auch im Verlauf des epischen Werkes kommen immer wieder heroisch-mitreißende Riffs zum Einsatz. Ein gedrosselter Mittelteil inklusive Klavierelement bildet einen kurzen, doch wirkungsvollen Ruhepol, bevor die treibenden Drums und Gitarrensalven wieder das Kommando übernehmen.
Kaum zu glauben, dass dies nach einem Demo das Debütalbum ist, denn COR SCORPII haben ihr Pulver noch lang nicht verschossen und überraschen weiterhin. Sanfte Streicher werten das fantastische Helvetesfossen weiter auf, das sich wegen der herausragenden Melodien sogar den Gesang schenken darf, ohne auch nur ansatzweise an Qualität einzubüßen. Im epischen und überlangen Klangmonster Oske Og Innsikt geben COR SCORPII ihren guten Ideen noch mehr Raum zum Atmen; fauchender Gesang, sehr schnelle, aber keineswegs chaotische Doublebassattacken, hymnische Chöre und sanfte Intermezzi gehen Hand in Hand und drücken dieser Komposition den Stempel „besonders hörenswert“ auf. Obendrein haben die Musiker auf eingängige Teile nicht vergessen. Zum Abschluss von Monument steht ein eher dem Folk verpflichteter Titel namens Bradger I Stein, der einen würdigen Schlusspunkt unter ein Album voller Ideen setzt.
COR SCORPII musizieren kraftvoll, inbrünstig und voller Überzeugung, entfachen dadurch einen wahren Sturm an Stimmungen und faszinieren mit einem durchdachten Klanggewitter – ein wahres musikalisches Monument!