Schon
nach einer Minute wird klar: die Jungs haben es drauf, mitreißenden,
hochmelodischen und kraftvollen Black Metal zu zelebrieren.
Schon der optische Eindruck ist hervorragend, das Cover ist
schlicht, aber sehr wirkungsvoll.
Musikalisch ziehen COR SCORPII alle Register, seien es
die durchgehend fesselnden Arrangements, die schneidenden Gitarrensalven
oder der intensiv gekreischte Gesang – vom Fleck weg und
auf Anhieb spielt ich die Band ohne lange zu fackeln in einen
wahren Spielrausch! So zielen die ersten beiden Stücke
Ei Fane Svart und vor allem Endesong ohne Umschweife
mitten ins Schwarze. Glücklicherweise setzen die Künstler
hierbei nicht nur auf gnadenlose Geschwindigkeit, sondern verleihen
ihren pfeilschnellen Liedern hymnische, teils getragene Momente.
Die Atmosphäre erreicht astronomische Werte auf der Gänsehautskala,
wenn dezente Keyboards das Doublebass/Gitarrengewitter unterstützen.
I, The Damned kehrt dann zu Beginn noch stärker
den erhabenen Aspekt im Klanguniversum der Norweger heraus und
auch im Verlauf des epischen Werkes kommen immer wieder heroisch-mitreißende
Riffs zum Einsatz. Ein gedrosselter Mittelteil inklusive Klavierelement
bildet einen kurzen, doch wirkungsvollen Ruhepol, bevor die
treibenden Drums und Gitarrensalven wieder das Kommando übernehmen.
Kaum zu glauben, dass dies nach einem Demo das Debütalbum
ist, denn COR SCORPII haben ihr Pulver noch lang nicht
verschossen und überraschen weiterhin. Sanfte Streicher
werten das fantastische Helvetesfossen weiter auf, das
sich wegen der herausragenden Melodien sogar den Gesang schenken
darf, ohne auch nur ansatzweise an Qualität einzubüßen.
Im epischen und überlangen Klangmonster Oske Og Innsikt
geben COR SCORPII ihren guten Ideen noch mehr Raum zum
Atmen; fauchender Gesang, sehr schnelle, aber keineswegs chaotische
Doublebassattacken, hymnische Chöre und sanfte Intermezzi
gehen Hand in Hand und drücken dieser Komposition den Stempel
„besonders hörenswert“ auf. Obendrein haben
die Musiker auf eingängige Teile nicht vergessen. Zum Abschluss
von Monument steht ein eher dem Folk verpflichteter
Titel namens Bradger I Stein, der einen würdigen
Schlusspunkt unter ein Album voller Ideen setzt.
COR SCORPII musizieren kraftvoll, inbrünstig und
voller Überzeugung, entfachen dadurch einen wahren Sturm
an Stimmungen und faszinieren mit einem durchdachten Klanggewitter
– ein wahres musikalisches Monument!