CRADLE OF FILTH – Godspeed On The Devil's Thunder

 
Label: Roadrunner Records
Release: 24.10.2008
Von: Psycho
Punkte: 8/10
Time: 71:16
Stil: Black Metal
URL: Cradle Of Filth
 
Ich gebe es zu: im Vorfeld bin ich davon ausgegangen, dass der achte reguläre Longplayer der Briten ein bestenfalls durchschnittliches Werk sein würde. Zu vorhersehbar war auf den letzten Alben die musikalische Entwicklung der Band, die sich zudem immer weiter von den BM-Wurzeln entfernte. Und es gab eigentlich auch diesmal keinen Grund, etwas anderes zu erwarten, als eine CD mit 2-3 annehmbaren Tracks und einem belanglosen Rest…
Tja, und so kann man sich täuschen! Godspeed On The Devil's Thunder ist doch tatsächlich ein richtig gutes Album geworden, definitiv das Beste seit Midian, vielleicht sogar seit Cruelty And The Beast. Ob es daran liegt, dass man sich diesmal nicht dem üblichen Klischee-Horror widmet, sondern ein textliches Konzept um Gilles de Rais verfolgt, oder aber die Lust auf harten Stoff neu entdeckt hat, kann ich zwar nicht sagen, aber das Ergebnis spricht für sich.
Diesmal gibt es richtig satt mehr von allem: mehr bombastisch-opulente Chor- und Orgelpassagen (die diesmal wirklich für Atmosphäre sorgen), mehr interessante Riffs, mehr dieser sich wahnsinnig auftürmenden Melodiefolgen, mehr Growls, mehr Blast-Beats. Und eine Produktion, die definitiv zu den besten aus dem Hause CRADLE OF FILTH gehören dürfte und somit das richtige Gewand für Godspeed On The Devil's Thunder darstellt.
In der Tat ist es vor allem der stark angestiegene Härtegrad, der für Erstaunen sorgt. Mit The Death Of Love findet sich gerade mal ein Stück im sehr gothic-lastigen Stil der letzten Alben, ansonsten geht es deutlich ruppiger zur Sache! Nachzuhören bereits z.B. beim Opener Shat Out Of Hell oder Sweetest Maleficia. Gleichzeitig zeigen CRADLE OF FILTH aber auch ein Händchen für eingängige Refrains (The 13th Caesar) und einfach perfekt komponierte Tracks (Honey And Sulphur).
Wer allerdings etwas wirklich Neues erwartet, liegt hier natürlich falsch: die Rückbesinnung zu alter Stärke ist klar verbunden mit der Rückbesinnung auf alte kompositorische Stärke und Stilmittel; CRADLE OF FILTH klingen auf einmal wieder wie die Band, die sie vor ca. 10 Jahren einmal waren. Lediglich dieser Schritt überrascht also, aber wenn sich dieser Effekt auflöst, bleibt folglich ein zwar sehr gutes Album, wirkliche Innovationen sind jedoch Fehlanzeige. Ich denke aber, dass die meisten Fans mit diesem "Manko" gut werden leben können. 8 Punkte: