COLUMBIA OBSTRUCTION BOX  – A Single Rat’s Record
 
Label: 5 – HT Records
Release: Februar 2004
Von: Ole
Punkte: 7,5
Time: 52:07
Stil: Goth / Death Rock
URL: Columbia Obstruction Box
 

Nein, leicht machen es die Kölner Death-Rocker COLUMBIA OBSTRUCTION BOX ihrer Zielgruppe wirklich nicht. Denn, was heißt hier überhaupt „Death Rock“?! Auf ihrem Debüt A Single Rat’s Record versammeln sie eine illustre Reihe von Einflüssen, angefangen bei Goth, Punk, Rock bis Electro.
Angehörs von Tracks wie Blood In Me, Alone oder Shot Goodbye drängt sich unweigerlich der Vergleich mit einer Light-Version der 69 Eyes auf: „Jetzt neu: Mit 30 % weniger Kitsch!“ oder so ähnlich... An anderer Stelle (1m 2) wiederum klingt es eher nach Danzig, den Doors und sogar ein bißchen Type O Negative. Doch im Gegensatz zu vielen Genre-Kollegen suhlen sich die Kölner mit einem Hang zur kalkulierten Disharmonie geradezu im Groove. Alone verbreitet angenehme Friedhofs-Frösteln wie in einem Horror B-Movie. In 1 m 2 quäkt eine Schweineorgel, Broken Nose wird unterwandert von Breitwand-Streichern, Winter’s Bed wartet mit chilligen Vibraphonklängen auf, nur um kurze Zeit später von einem wütenden Punk-Beat niedergemalmt zu werden. Außerdem scheint sich das Quintett selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Wie sonst sind Zeilen wie „Wave your hands in the air, like you don’t care“ zu verstehen bzw. wer verlangt lauthals nach einer Krankenschwester, nur weil er kein Schwedisch spricht? Das ist doch nun wirklich kein „Worst Case Scenario“!
Der Sound ist fett, die Stücke vielseitig. Und trotzdem will sich die Scheibe nicht so recht einprägen. Der (durchaus positive) Eindruck der Tracks wirkt eben nur so lang, wie sie dauern. Sounds, Melodien, die sich langfristig ins akustische Gedächtnis brennen, sucht man vergeblich. Aber für ein Debüt eine beachtliche Leistung.