Nein, leicht
machen es die Kölner Death-Rocker COLUMBIA OBSTRUCTION
BOX ihrer Zielgruppe wirklich nicht. Denn, was heißt
hier überhaupt „Death Rock“?! Auf ihrem Debüt
A Single Rat’s Record versammeln
sie eine illustre Reihe von Einflüssen, angefangen bei
Goth, Punk, Rock bis Electro.
Angehörs von Tracks wie Blood In Me, Alone
oder Shot Goodbye drängt sich unweigerlich der
Vergleich mit einer Light-Version der 69 Eyes auf: „Jetzt
neu: Mit 30 % weniger Kitsch!“ oder so ähnlich...
An anderer Stelle (1m 2) wiederum klingt es eher nach
Danzig, den Doors und sogar ein bißchen Type O Negative.
Doch im Gegensatz zu vielen Genre-Kollegen suhlen sich die Kölner
mit einem Hang zur kalkulierten Disharmonie geradezu im Groove.
Alone verbreitet angenehme Friedhofs-Frösteln
wie in einem Horror B-Movie. In 1 m 2 quäkt eine
Schweineorgel, Broken Nose wird unterwandert von Breitwand-Streichern,
Winter’s Bed wartet mit chilligen Vibraphonklängen
auf, nur um kurze Zeit später von einem wütenden Punk-Beat
niedergemalmt zu werden. Außerdem scheint sich das Quintett
selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Wie sonst sind Zeilen wie
„Wave your hands in the air, like you don’t
care“ zu verstehen bzw. wer verlangt lauthals nach
einer Krankenschwester, nur weil er kein Schwedisch spricht?
Das ist doch nun wirklich kein „Worst Case Scenario“!
Der Sound ist fett, die Stücke vielseitig. Und trotzdem
will sich die Scheibe nicht so recht einprägen. Der (durchaus
positive) Eindruck der Tracks wirkt eben nur so lang, wie sie
dauern. Sounds, Melodien, die sich langfristig ins akustische
Gedächtnis brennen, sucht man vergeblich. Aber für
ein Debüt eine beachtliche Leistung.