CLOSER THAN KIN - The Machineries Of Breath
Label: Punktuation Records
Release: 2003
Von: EquimanthorN
Punkte: 9
 

Hardcore, war, ist und wird wohl nie mein Fall sein - die Regel bestätigende Ausnahmen wie Warpath sind meist am metallischen Rand des Genres angesiedelt und taugen primär zur Agressionsbewältigung. So dachte ich zumindest bisher, aber CLOSER THAN KIN haben eindrucksvoll bewiesen, daß ich meine Sicht zumindest partiell überdenken sollte. Es sind nämlich nicht nur die zuweilen an Schweden-Death neuerer Prägung erinnernden Riffs, die mich bei dieser Scheibe fesseln - was eigentlich beeindruckt, ist die überbordende Emotionalität, die hier in jeder Sekunde ohne wenn und aber offengelegt wird. Vor allem Sänger Nick kehrt seinen offensichtlich reichlich vorhandenen Schmerz sowohl in seinen direkten, aber anspruchsvollen Texten als auch in seiner Stimme brutal nach außen, macht sich dadurch verletzlich, erzeugt zugleich aber auch einzigartige Intensität, die von der Musik optimal getragen wird - neben enorm agressiven Parts tauchen immer wieder ruhigere, teilweise sogar auf Akustikgitarren oder Keyboards basierende Momente auf, wodurch auch für Abwechslung gesorgt ist. Erwähnenswert sind weiters auch die reichlich verwendeten cleanen Gesangsparts, die vielleicht entfernt an Life Of Agony erinnern und die Spannung zwischen Wut und Zerbrechlichkeit weiter erhöhen. Daß meine Bewertung letztenendes nicht höher ausfällt liegt einzig und allein daran, daß die Songs allesamt doch recht ähnlich aufgebaut sind und die Intensität gegen Ende der über 40 Minuten doch etwas nachläßt - für einzelne Tracks wie z.B. das überragende 3 Words, 3.000 Tears würde ich aber ohne Bedenken die Höchstnote vergeben.
Zu erwähnen wäre vielleicht noch, daß die CD ein simples, aber gutes Video zu Dead Flowers For A Dying Lover enthält und von mir beim Today Is The Day-Gig für ganze 5€ erstanden wurde; Shirts waren zum selben Preis erhältlich, der Kapuzenpulli kostete 10€ - sowas nennt man wohl Idealismus...

Closer Than Kin