CHTHONIC – Relentless Recurrence

 
Label: Deathlight Records
Release: 01.06.2007
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 56:52
Stil: Black Metal
URL: Chthonic
 
Da haben sich Deathlight Records aber sichtlich Mühe gegeben! Die (Wieder-) Verpackung von Relentless Recurrence (Original 2002) ist schlicht und einfach wunderbar und auch die enthaltene Musik geizt nicht mit akustischen Reizen. Das beigefügte Textblatt ermöglicht einen tieferen Einblick in die Welt der taiwanesischen Black Metal Band.
CHTHONIC arbeiten in ihren abwechslungsreichen Sound viele orchestrale Elemente ein, soundtrackartige Zwischenspiele (des Öfteren vielleicht ein klein wenig zu ausgereizt) lockern die knappe Stunde der in hohem Maße symphonischen Klänge auf. CHTHONIC vergessen aber keineswegs auf rasante Teile, wissen sehr gut um die imposante Wechselwirkung Bescheid und nutzen diese, um eine spannende Dynamik aufzubauen. Neben feinen Melodien bauen die Blackies hin und wieder interessante rhythmische Details ein, wie etwa den Marschrhythmus im zweiten Lied Onset Of Tragedy, womit die Band immer mehr Pluspunkte einfahren kann. Die Komponierweise erscheint mir erfrischend unkonventionell, da sie viel Spielraum für detailreiche Instrumentalpassagen und atmosphärische Elemente lässt. Sänger Freddy quält seine Stimmbänder, indem er kreischt was die Lunge hergibt. Partnerin Doris (die auch den Bass bedient) steht dem Frontmann mit meist gesprochenen oder geflüsterten Beiträgen zur Seite. Die Gruppe greift auch auf nicht ganz alltägliche Instrumente zurück und gibt ihrem Sound so einen weiteren erfreulich kreativen Anstrich. Die Verwendung einer zweisaitigen Geige ist der beklemmenden Atmosphäre zuträglich. Der Bass kommt bei der transparenten Produktion bestens zur Geltung und so gibt es auch tontechnisch nix zu meckern.
Der Stimmungswechsel von hart auf zart, (genauer gesagt: schnell vorgetragener Black Metal macht fragilem Piano-Arrangement Platz und geht wieder in Highspeed über) liegt CHTHONIC sichtlich im Blut. Sie beweisen dieses Geschick mehrmals, besonders gekonnt in Vengeance Arise.
Ich für meinen Teil habe meine Freude an Relentless Recurrence und lege diese unterhaltsame, jedoch nicht weltbewegend revolutionäre Platte all jenen ans Herz, die einen kräftigen Schuss musikalischen Bombast im Einklang mit schnellen Black Metal Parts und orientalischen Einflüssen zur Verbesserung der Lebensqualität konsumieren wollen.