CHIMERA – Nothing But Illusions

 
Label: Demo
Release: Januar 2003
Von: Dajana
Punkte: -/-
Time: 26:05
Stil: Black Metal
URL: Chimera
 

Auf den ersten Blick bedient CHIMERA so ziemlich jedes Klischee und Vorurteil, das man so haben kann. Da hätten wir ein blackmetallisches Einmann Projekt aus Italien, gestern erst gegründet, mit dem Anspruch uns was Extravagantes präsentieren zu können. Ein Schelm, der behauptet, nicht wenigstens die Augenbrauen hochzuziehen...
Nun ja, der zweite Blick ist zum Glück etwas erfreulicher. Da hätten wir CHIMERA, das 2002 gegründete Ein-Mann-Projekt von Vishtasb und sein erstes musikalisches Lebenszeichen Nothing But Illusions. Das Vishtasb ein persischer Name ist, war dann aber auch schon das Einzige, das ich über die Person dahinter herausfinden konnte.
Das Demo bietet 3 opulente Tracks mit bis zu 8 Minuten Länge und ein ausklingendes Instrumental. A Curse To Dawn schlägt zunächst klassische Black Metal Pfade ein: frostig sägende Gitarren und der typische Black Metal Keif-Gesang. Im weiteren Verlauf setzt man mit diversen Streicher Samples und Sounds Akzente und auch Vishtasbs cleaner Gesang kommt zum Einsatz, der wie die Befreiung ewig gepeinigter Seelen klingt und dem Song eine schizophren zerrissene Atmosphäre verleiht. Die gesanglich vorgetragenen emotionalen Ausbrüche erinnern mich manchmal ganz entfernt an ebensolchen Ausbrüchen auf frühen Elend Werken oder an italienische Bands wie Void Of Silence oder Aborym. Ähnlich verhält sich auch Fogs. Hier steigt man allerdings gleich von Anfang an in die Samples ein und verirrt sich zusätzlich noch in so manch seltsamen Break. Carmine allerdings wartet dann doch mit massiven Keys auf, die als dichter Soundteppich im Hintergrund wabern. Der Sound ist allerdings so schlecht, das sie gar nicht erst negativ auffallen können. Und wo wir gerade dabei sind: auch der Drumcomputer ist echt gruselig! Das klassische Problem bei Projekten dieser Art: man kann ja nicht jedes Instrument beherrschen und muss sich irgendwo behelfen. Fähige Drummer sind rar – ich weiß – aber so ist das ja mal gar nix! Und das Geld für’s Studio hätte Mr. Vishtasb auch anders rausschmeißen können. Hier handelt es schließlich nicht um old school BM, wo schlechter Sound true ist. Etwas versöhnlicher stimmt da wieder das Outro The Last Illusion Dies.
Fazit: Musikalisch gesehen ein interessantes Demo mit guten Ansätzen und beeindruckend düsterer Atmosphäre aber miesen Drumcomputer und schlechtem Sound. Hat was – aber auch zum abgewöhnen.