Auf den
ersten Blick bedient CHIMERA so ziemlich jedes
Klischee und Vorurteil, das man so haben kann. Da hätten
wir ein blackmetallisches Einmann Projekt aus Italien, gestern
erst gegründet, mit dem Anspruch uns was Extravagantes
präsentieren zu können. Ein Schelm, der behauptet,
nicht wenigstens die Augenbrauen hochzuziehen...
Nun ja, der zweite Blick ist zum Glück etwas erfreulicher.
Da hätten wir CHIMERA, das 2002 gegründete
Ein-Mann-Projekt von Vishtasb und sein erstes musikalisches
Lebenszeichen Nothing But Illusions.
Das Vishtasb ein persischer Name ist, war dann aber auch schon
das Einzige, das ich über die Person dahinter herausfinden
konnte.
Das Demo bietet 3 opulente Tracks mit bis zu 8 Minuten Länge
und ein ausklingendes Instrumental. A Curse To Dawn
schlägt zunächst klassische Black Metal Pfade ein:
frostig sägende Gitarren und der typische Black Metal Keif-Gesang.
Im weiteren Verlauf setzt man mit diversen Streicher Samples
und Sounds Akzente und auch Vishtasbs cleaner Gesang kommt zum
Einsatz, der wie die Befreiung ewig gepeinigter Seelen klingt
und dem Song eine schizophren zerrissene Atmosphäre verleiht.
Die gesanglich vorgetragenen emotionalen Ausbrüche erinnern
mich manchmal ganz entfernt an ebensolchen Ausbrüchen auf
frühen Elend Werken oder an italienische Bands wie Void
Of Silence oder Aborym. Ähnlich verhält sich auch
Fogs. Hier steigt man allerdings gleich von Anfang
an in die Samples ein und verirrt sich zusätzlich noch
in so manch seltsamen Break. Carmine allerdings wartet
dann doch mit massiven Keys auf, die als dichter Soundteppich
im Hintergrund wabern. Der Sound ist allerdings so schlecht,
das sie gar nicht erst negativ auffallen können. Und wo
wir gerade dabei sind: auch der Drumcomputer ist echt gruselig!
Das klassische Problem bei Projekten dieser Art: man kann ja
nicht jedes Instrument beherrschen und muss sich irgendwo behelfen.
Fähige Drummer sind rar – ich weiß –
aber so ist das ja mal gar nix! Und das Geld für’s
Studio hätte Mr. Vishtasb auch anders rausschmeißen
können. Hier handelt es schließlich nicht um old
school BM, wo schlechter Sound true ist. Etwas versöhnlicher
stimmt da wieder das Outro The Last Illusion Dies.
Fazit: Musikalisch gesehen ein interessantes Demo mit guten
Ansätzen und beeindruckend düsterer Atmosphäre
aber miesen Drumcomputer und schlechtem Sound. Hat was –
aber auch zum abgewöhnen.