CENTINEX
konnten mich in der Vergangenheit nie besonders überzeugen,
meist war der Sound ziemlich lasch oder das Songwriting alles
andere als sonderlich überzeugend - aber auf Diabolical
Desolation knallen mir die Jungs um Frontröchler Johan
ein deftiges Stück Elchtod vor den Latz, das genausogut von
den guten alten Dismember stammen könnte ... Von Krach-und-Gurgel-Records
(Repulse) wechselte man zu Candlelight im ständig verregneten
und "not very amused" Großbritannien, und das scheint dem Fünfer
echt gut getan zu haben, denn erstmals schaffen es die Schweden,
den guten alten, gnadenlosen Schwedendeath dort fortzuführen,
wo Dismember mit Like An Everflowing Stream und Entombed mit
Left Hand Path angefangen haben. Auf Diabolical Desolation
schroffeln die Gitarren wieder so schön wie auf den Meisterwerken
Anfang der 90er, melodiöse Leads fügen sich harmonisch in das
Songgeschehen ein, das Schlagzeug hämmert meist im Hochtempo
dahin und ein schön tief wummernder Bass untermalt das typische
Schweden-Gegrunze/Gekreische - wäre da nicht ab und zu der dezente,
aber doch nervende Keyboardeinsatz, könnte man gar nichts auf
Output ... erm ... Nummero 15 (inklusive aller Splits, Singels
und Demos, exklusive aller Re-releases) aussetzen. Damit keine
Missverständnisse aufkommen: Gegen Keys reagiere ich prinzipiell
äußerst allergisch, aber bei CENTINEX kann man wirklich
nicht großartig meckern, da sie nur selten und seeeeeeeeehr
dezent (und immer passend) eingesetzt werden. Auch wenn der
Ton stark in Richtung frühe Neunziger geht, so ist die Produktion
an sich keineswegs der alten Schule entsprechend, aus der Anlage
bläst dem Hörer ein faulig riechender Orkan entgegen, der nur
eins bedeuten kann: Der Elchtod kehrt zurück (und diesmal gewaltiger,
besser, aggressiver, brutaler und ausgereifter als bei Amon
Amarth...)!!!