CENSORED – In-Existence

 
Label: Eigenproduktion
Release: 30.09.2006
Von: Dajana
Punkte: 8.5/10
Time: 48:39
Stil: Death Metal/ Hardcore
URL: Censored
 
Jaaa, trotz vieler hochlobender Worte zum 2003er Demo System Disease, lassen es die Schweizer weiterhin wirklich ausgesprochen ruhig angehen. Und so brauchte es drei weitere Jahre, um nun mit In-Existence zum erneuten gnadenlosen Schlag, diesmal in Vollzeit, auszuholen.
Aber ruhig ist auf In-Existence natürlich nix! Denn stilistisch bleibt man sich treu, kombiniert heftigen Death Metal mit einem kräftigen Schuss Hardcore und ein bisschen Thrash Metal. Das Riffing ist brutal aber abwechslungsreich und lässt ausreichend Raum für jedwede Bangerkultur. Blastparts werden nach wie dosiert eingesetzt, bis auf Microsleep und Threatened With Extinction, die komplett durchgeknüppelt werden und damit die schnellsten Songs des Albums sind. Da sich die Basisgeschwindigkeit aber eh schon im Up-Tempo-Bereich befindet, sollte nicht mit besinnlichen Momenten gerechnet werden. Dennoch vergessen CENSORED nicht, zwischendurch wie Hölle zu grooven (z.B. Codification Interrupted), immer mal wieder die Geschwindigkeit herauszunehmen und dabei gnadenlos tief zu growlen. Hehehe... einfach nur genial!
Der Death Metal Aspekt ist deutlich am Morrisound angelehnt, bekommt aber durch den Hardcore-Einschlag eine extra brutale und eher europäische Note. Damit haben sich CENSORED einen eigenständigen Sound geschaffen, ohne sich irgendwo anzubiedern (obwohl man bei Stop For Death dann doch recht eindeutig Morbid Angel raushört *g*).
Einmal mehr erstaunlich finde ich, wie es dieses Trio schafft, mit nur einer Gitarre solch einen fetten Sound hinzulegen, der – wenn man diversen Berichten glauben schenken darf – einem auch live serviert wird. Unglaublich!
Auch auf In-Existence gibt es wieder einen Bonustrack, oder besser gesagt, einen Hiddentrack, der sich 10 Minuten später an Faint anschließt, der sich zwar zunächst als groovige Doomnummer entpuppt, dann aber doch in die unverkennbaren Trademarks von CENSORED zurückfällt. Nett, aber das Instrumental auf System Disease war da wesentlich innovativer.
CENSORED liefern nach wie vor beste Ware in Sachen Death Metal. Reinhören!