CEA SERIN – Where Memories Combine 
 
Label: Heavencross Records
Release: Februar 2004
Von: Dajana
Punkte: 9
Time: 54:29
Stil: Progressive Metal
URL: Cea Serin
 
Ein amerikanisches Duo erobert Europa, gibt es hier kaum ein Magazin, das nicht das Debüt Where Memories Combine oder zumindest das vorhergehende zweite Demo Exhibition MCMXCIX (das nur auf mp3.com erhältlich war) rezensiert hat. Und das – zu Recht – mit Höchstnoten, denn Where Memories Combine ist ein Meisterwerk!
Hinter CEA SERIN stehen Multi-Instrumentalist, Komponist und Sänger Jay Lamm und Gitarist Keith Warman, live verstärkt mit Forrest Osterman und servieren mit ihrem Debüt eine musikalische Dichtung, so vielschichtig und komplex, das man es kaum in Worte fassen kann. Wo jeder CEA SERIN in die Prog Metal Lade stecken würde (im Stile alter Dream Theater oder Fates Warning Sachen), fühlt sich Mastermind Jay dabei äußerst unwohl, nicht zuletzt, weil die meisten Prog Bands gar nicht progressiv sind – im eigentlichen Sinne des Wortes. Und gerade deshalb sind CEA SERIN progressiver, als die meisten Genre Bands, die ich kenne. Sie selbst bezeichnen ihren Stil lieber als Mercury Metal (eben wie Quecksilber alle möglichen und unmöglichen Stile und Elemente verbindend, vereinend, kombinierend ...).
Der erste Teil von Where Memories Combine besteht aus einer Suite namens Beneath The Surface Of All Things, die ein Intro und 3 Tracks enthält. Danach folgen Scripted Suffering: Within And Without und Into The Vivid Cherishing, die zwar inhaltlich nicht direkt zu der Suite gehören aber konzeptionell daran angebunden sind. Den Abschluss bildet ein namenloses, meist instrumentelles Fragment, das man als Bonus betrachten kann. Progressive Melodiebögen werden mit symphonischen Elementen (im klassischen Sinn) kombiniert, die der Musik einen unglaublich melancholischen Touch verleihen. Verschiedene Elemente, seien es Sequenzen, die von einem uralten Film stammen könnten, akustische Gitarren- und Piano Parts, sogar Stepptanz lässt sich heraushören und einzelne Instrumente lassen die Musik in viele Bereiche eintauchen oder streift sie auch nur. Dabei verweilt niemals zu lange, behält immer den roten Faden im Auge, bleibt übersichtlich und wirkt keineswegs überladen. Diese Musik muss man erleben, erfühlen! Die Stimme von Jay Lamm wechselt zwischen klarem Gesang und leicht blackmetallisch angehauchten Growls und vermittelt noch zusätzliche Akzente.
Besonders erwähnenswert sind die Texte, die nicht minder komplex und kompliziert sind. Bis ins Detail ausgearbeitet, tiefgründig, manchmal philosophisch, manchmal mit allegorischen Metaphern versehen, die schwer zu verstehen sind, werden klare Visionen aufgezeigt oder sogar messerscharfe und äußerst kluge Aussagen gemacht. Aber auf die Texte näher einzugehen, würde jeden Rahmen sprengen.
Tiefe Wehmut macht sich breit, wenn der letzte Ton verklungen ist und dennoch hat man dieses gute Gefühl innen drinnen, gerade etwas wunderbares erfahren zu haben, das die Seele berührt.