C-DRONE-DEFECT – Nemesis
 
Label: Noitekk
Release: 07.06.2004
Von: Psycho
Punkte: 9
Time: 1:01:03
Stil: EBM
URL: C-Drone-Defect
 

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit will ich das Fazit in diesem Fall mal vorweg nehmen: rein persönlich betrachtet ist das beste Argument für den Kauf des neuen C-DRONE-DEFECT Albums, das ich mir Vorgänger Neural Dysorder Syndrome ebenfalls im Laden angehört und dann stehen gelassen habe, während diesmal bei fünf verschiedenen CD's in der Vorauswahl letztendlich nur Nemesis in meinem Einkaufskorb gelandet ist.

Marc Horstmeier, dem Kopf hinter C-DRONE-DEFECT, ist folglich ein deutlicher Schritt nach vorne gelungen. Das neue Material klingt einfach dichter und eindringlicher, die Atmosphäre ist beklemmender, die Sounds wuchtiger. Da hat Daniel Myer (Haujobb) beim Mix ganze Arbeit geleistet! Immer noch handelt es sich eigentlich um recht altmodischen EBM in der Tradition von z.B. Front Line Assembly oder Velvet Acid Christ; Musik also, die vom Zusammenspiel harscher Beats, geschickt integrierter Samples aus diversen Filmen, sich drohlich-dräuenden (Sequenzer-)Melodien und, in diesem Fall, gelegentlich auch von im Hintergrund vor sich hinlärmenden Gitarren lebt. Ein Stil, der in dieser Konsequenz heutzutage nur noch selten zu hören ist, mir aber immer noch gut gefällt. Vor allem, wenn dabei solche Kracher wie Sin Society (mit einem coolen Saruman-Sample am Anfang), Sleeper oder Fashion Victim herauskommen, die unter normalen Umständen die Tanzböden in jeder Electro-Disco zum Brodeln bringen sollten und auch in den eigenen vier Wänden voll auf die 12 gehen. Aber auch etwas langsamere Tracks wie Adolescence sind rundherum gelungen, während Babel (nicht nur aufgrund der George W. Bush-Samples) fast schon ein wenig nach Ministry klingt. Pandemonium hingegen überrascht mit einer fast schon technoiden Ausstrahlung und obskuren Melodien, so dass die Abwechslung definitiv nicht zu kurz kommt.

Nemesis bietet somit alles, was der Freund harter und anspruchsvoller Synth-Klänge von einer CD erwarten sollte. Da ist es doch auch kein Wunder, das ich diese 9-Punkte-CD mit nach Hause genommen habe, oder? Aber bitte Obacht im Plattenladen: es befinden sich Fehlpressungen im Umlauf, die leicht an der divergierenden Titelanzahl (11 Tracks statt der originalen 10) zu erkennen sind. Bei Interesse solltet ihr also die CD auf jeden Fall im Laden kurz in einen Player schieben und diesen dann gründlich nachzählen lassen...