| Gleich zu Beginn
möchte ich ein wenig Kritik loswerden: Die fünf Wiener
sind mittlerweile für einen Großteil der österreichischen
Metalszene ein Begriff, was sie hauptsächlich ihrer exzessiven
Bühnenpräsenz zu verdanken haben, CAY-OS
spielten Support für Machine Head, Slayer oder auch Drowning
Pool – im Großen und Ganzen könnte man sagen, dass
es CAY-OS für österreichische Verhältnisse
immerhin etwas erreicht haben. Wenn ich aber dann aber eine derartige
Promo-Version in die Hand gedrückt bekomme, dann denke ich
mir auch meinen Teil – ich meine, versteht mich nicht falsch,
aber als Band mit einem gewissen Namen kann oder zumindest SOLLTE
man es sich einfach nicht mehr erlauben, eine CD-Rom inklusive Zettel
für ein Review zur Verfügung zu stellen, so etwas erwartet
man von Kellerbands, die mal ihre Instrumente ausprobieren wollten,
aber bitte nicht von einer Band mit derartigem Ruf und Namen. Das
nur am Rande.
Entgegen aller
Kritik von mancherorts haben die Wiener meiner Meinung nach den
Yamaha Band Contest anno 2001 verdient gewonnen und zählen
selbst im internationalen Vergleich zu einer der besten Crossover
/ Nu Metal Acts, was durch das zweite Album nach Scorn
mehr als nur deutlich unterstrichen wird – mehr oder weniger
eigenständig, auf jeden Fall abwechslungsreich und interessant
präsentiert sich das Quintett um einiges reifer und auch
einen Tick härter als noch am Debüt. Zu welchem Anteil
sich dafür der Neue am Viersaiter, Manuel von ex-NPC, verantwortlich
zeichnet, kann ich nicht beurteilen, außer Frage jedoch
steht, dass sich vor allem Fronter Andy stark weiterentwickelt
hat und immer näher an die stimmliche Gewalt von Phil Anselmo
(u.a. Pantera, Superjpoint Ritual oder auch Down) heranreicht.
Auch in Punkto
Musik kann man die Vorliebe für Südstaatenakzente deutlich
heraushören, was in einer brachialen Mischung aus Pantera-,
Slayer-, Machine Head- und Slipknot-Elementen gipfelt. Zumal Statement
War enorm fett und rotzig-dreckig, aber auch klar
und differenziert produziert ist ergibt sich ein stilistisch relativ
breit gefächertes Album, welches alle möglichen Impressionen
ausstrahlt und irgendwie frisch, unverbraucht und eigenständig
rüber kommt. Zwar sind die Einflüsse der Wiener deutlich
herauszuhören, jedoch versucht man gekonnt, den Einflüssen
eine eigene Note zu verpassen, soll heißen: Doublebass-Attacken
bis zum Abwinken, Stakkato-Geschrammel, druckvoller Bass (der
teilweise etwas mehr im Vordergrund stehen könnte), und zusätzlich
auch noch sowohl gefühlvolle als auch ungeheuer aggressive
Vocalarbeit – das Endprodukt ein interessantes Arrangement
und Garant für Moshpits, bemerkenswert.
Cay-Os
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