CAY-OS – Statement War
Label: Eigenproduktion
Release: 2002
Von: Gorehog
Punkte: 9,5
 
Gleich zu Beginn möchte ich ein wenig Kritik loswerden: Die fünf Wiener sind mittlerweile für einen Großteil der österreichischen Metalszene ein Begriff, was sie hauptsächlich ihrer exzessiven Bühnenpräsenz zu verdanken haben, CAY-OS spielten Support für Machine Head, Slayer oder auch Drowning Pool – im Großen und Ganzen könnte man sagen, dass es CAY-OS für österreichische Verhältnisse immerhin etwas erreicht haben. Wenn ich aber dann aber eine derartige Promo-Version in die Hand gedrückt bekomme, dann denke ich mir auch meinen Teil – ich meine, versteht mich nicht falsch, aber als Band mit einem gewissen Namen kann oder zumindest SOLLTE man es sich einfach nicht mehr erlauben, eine CD-Rom inklusive Zettel für ein Review zur Verfügung zu stellen, so etwas erwartet man von Kellerbands, die mal ihre Instrumente ausprobieren wollten, aber bitte nicht von einer Band mit derartigem Ruf und Namen. Das nur am Rande.

Entgegen aller Kritik von mancherorts haben die Wiener meiner Meinung nach den Yamaha Band Contest anno 2001 verdient gewonnen und zählen selbst im internationalen Vergleich zu einer der besten Crossover / Nu Metal Acts, was durch das zweite Album nach Scorn mehr als nur deutlich unterstrichen wird – mehr oder weniger eigenständig, auf jeden Fall abwechslungsreich und interessant präsentiert sich das Quintett um einiges reifer und auch einen Tick härter als noch am Debüt. Zu welchem Anteil sich dafür der Neue am Viersaiter, Manuel von ex-NPC, verantwortlich zeichnet, kann ich nicht beurteilen, außer Frage jedoch steht, dass sich vor allem Fronter Andy stark weiterentwickelt hat und immer näher an die stimmliche Gewalt von Phil Anselmo (u.a. Pantera, Superjpoint Ritual oder auch Down) heranreicht.

Auch in Punkto Musik kann man die Vorliebe für Südstaatenakzente deutlich heraushören, was in einer brachialen Mischung aus Pantera-, Slayer-, Machine Head- und Slipknot-Elementen gipfelt. Zumal Statement War enorm fett und rotzig-dreckig, aber auch klar und differenziert produziert ist ergibt sich ein stilistisch relativ breit gefächertes Album, welches alle möglichen Impressionen ausstrahlt und irgendwie frisch, unverbraucht und eigenständig rüber kommt. Zwar sind die Einflüsse der Wiener deutlich herauszuhören, jedoch versucht man gekonnt, den Einflüssen eine eigene Note zu verpassen, soll heißen: Doublebass-Attacken bis zum Abwinken, Stakkato-Geschrammel, druckvoller Bass (der teilweise etwas mehr im Vordergrund stehen könnte), und zusätzlich auch noch sowohl gefühlvolle als auch ungeheuer aggressive Vocalarbeit – das Endprodukt ein interessantes Arrangement und Garant für Moshpits, bemerkenswert.

Cay-Os