CATAMENIA – Winternight Tragedies

 
Label: Massacre Records
Release: 25.04.2005
Von: Stormlord
Punkte: 10/10
Time: 47:27
Stil: Black Metal
URL: Catamenia
 

Dieses Album zu besprechen fällt mir schwer, denn die sechste CD aus dem Hause CATAMENIA ist für mich Kunst und diese zu beschreiben ist nahezu unmöglich. Die Erwartungshaltung war nach den beiden Alben Eskhata und ChaosBorn unermesslich hoch. Die Finnen schaffen es jedoch, der hohen Anforderung nicht nur zu entsprechen, sondern übertreffen diese noch um Längen! Nicht einmal ansatzweise könnte ich ein Lied als annähernd schlecht beschreiben, meine metallischen Geschmacksnerven werden 9 mal voll getroffen und versetzen mich in hellste Begeisterung.
Die winternächtlichen Tragödien starten schon mit der herausragenden Melodie des Openers The Heart Of Darkness, der perfekt nordische Raserei mit gefühlvollen Leads kreuzt. Der Refrain setzt dieser königlichen Komposition die Krone auf. Es ist beeindruckend, wie Sänger O.J. Mustonen seine Stimmbänder einsetzt – einfach nur mitreißend wie der Knabe kreischt und faucht. Es blitzt an manchen Stellen auch eine klare Stimme durch, schon der erste Refrain erhält so einen zusätzlichen Schuss Genialität. Ich habe selten ein Album gehört, bei dem von der ersten bis zur letzten Note alles gepasst hat, ich würde diese CD sogar auf eine Stufe mit Naglfar's Vittra stellen, so wundervoll sind die Melodiebögen und so herrlich stellt sich bei jedem Song das Gänsehautgefühl ein, dass ich nur mehr bewundernd still sitzen oder vor Begeisterung herumspringen will. Sensationell geht es mit Verikansa weiter, einem in Finnisch dargebrachten Kleinod, das eine Melodie für die Ewigkeit besitzt, nach vorne peitscht und in einen Chorus mündet, der nie wieder aus dem Gedächtnis weichen wird. Diesen Song würde ich gern bei meiner Beerdigung hören, er ist erhaben und kämpferisch, beim Einsatz des Chores schießen mir die Tränen in die Augen – ein Erlebnis! CATAMENIA verstehen es außerordentlich gut, verdammt schnell zu spielen, bauen aber über die gesamte Spielzeit Gitarrenmelodien ein, die aufhorchen lassen. Auch für Abwechslung ist gesorgt, Verschnaufpausen sind meiner Meinung nach genau so wichtig wie pfeilschnelle Attacken. Doch die nächste Ladung Glückshormone bricht über mich in Form von The Crystal Stream herein, die Finnen seien gesegnet für dieses Händchen, das bemerkenswerte Melodien nur so aus dem Ärmel zu schütteln vermag. Zum richtigen Zeitpunkt eingesetzte Keyboardtupfer runden die Songs bisweilen gekonnt ab. Im weiteren Verlauf herausragend: My Blood Stained Path und Iced Over (meterdicke Gänsehaut!). Die Coverversion Fuel For Hatred (Satyricon) stellt für mich das schwächste Lied dar, fällt aber bei der Bewertung als Streichresultat raus, weil es keine Eigenkomposition darstellt. Anspieltipps: die Nummern 1 bis 9!
Für mich ist Winternight Tragedies ein Album voller Hymnen, großartiger Gitarrenarbeit und Refrains, ein Album zum Genießen, eine Sternstunde des eiskalten nordischen Metals!!! Meine persönliche Bewertungsskala wird jedenfalls gesprengt, 10+ ist noch zu wenig! Eine ausdrückliche Empfehlung von meiner Seite, die Winternight Tragedies bescheren nicht nur schöne Winternächte, sondern versüßen das Leben jederzeit!