Dieses Album
zu besprechen fällt mir schwer, denn die sechste CD aus
dem Hause CATAMENIA ist für mich Kunst
und diese zu beschreiben ist nahezu unmöglich. Die Erwartungshaltung
war nach den beiden Alben Eskhata
und ChaosBorn unermesslich hoch. Die
Finnen schaffen es jedoch, der hohen Anforderung nicht nur zu
entsprechen, sondern übertreffen diese noch um Längen!
Nicht einmal ansatzweise könnte ich ein Lied als annähernd
schlecht beschreiben, meine metallischen Geschmacksnerven werden
9 mal voll getroffen und versetzen mich in hellste Begeisterung.
Die winternächtlichen Tragödien starten schon mit
der herausragenden Melodie des Openers The Heart Of Darkness,
der perfekt nordische Raserei mit gefühlvollen Leads kreuzt.
Der Refrain setzt dieser königlichen Komposition die Krone
auf. Es ist beeindruckend, wie Sänger O.J. Mustonen seine
Stimmbänder einsetzt – einfach nur mitreißend
wie der Knabe kreischt und faucht. Es blitzt an manchen Stellen
auch eine klare Stimme durch, schon der erste Refrain erhält
so einen zusätzlichen Schuss Genialität. Ich habe
selten ein Album gehört, bei dem von der ersten bis zur
letzten Note alles gepasst hat, ich würde diese CD sogar
auf eine Stufe mit Naglfar's Vittra stellen, so wundervoll sind
die Melodiebögen und so herrlich stellt sich bei jedem
Song das Gänsehautgefühl ein, dass ich nur mehr bewundernd
still sitzen oder vor Begeisterung herumspringen will. Sensationell
geht es mit Verikansa weiter, einem in Finnisch dargebrachten
Kleinod, das eine Melodie für die Ewigkeit besitzt, nach
vorne peitscht und in einen Chorus mündet, der nie wieder
aus dem Gedächtnis weichen wird. Diesen Song würde
ich gern bei meiner Beerdigung hören, er ist erhaben und
kämpferisch, beim Einsatz des Chores schießen mir
die Tränen in die Augen – ein Erlebnis! CATAMENIA
verstehen es außerordentlich gut, verdammt schnell zu
spielen, bauen aber über die gesamte Spielzeit Gitarrenmelodien
ein, die aufhorchen lassen. Auch für Abwechslung ist gesorgt,
Verschnaufpausen sind meiner Meinung nach genau so wichtig wie
pfeilschnelle Attacken. Doch die nächste Ladung Glückshormone
bricht über mich in Form von The Crystal Stream
herein, die Finnen seien gesegnet für dieses Händchen,
das bemerkenswerte Melodien nur so aus dem Ärmel zu schütteln
vermag. Zum richtigen Zeitpunkt eingesetzte Keyboardtupfer runden
die Songs bisweilen gekonnt ab. Im weiteren Verlauf herausragend:
My Blood Stained Path und Iced Over (meterdicke
Gänsehaut!). Die Coverversion Fuel For Hatred
(Satyricon) stellt für mich das schwächste Lied dar,
fällt aber bei der Bewertung als Streichresultat raus,
weil es keine Eigenkomposition darstellt. Anspieltipps: die
Nummern 1 bis 9!
Für mich ist Winternight Tragedies
ein Album voller Hymnen, großartiger Gitarrenarbeit und
Refrains, ein Album zum Genießen, eine Sternstunde des
eiskalten nordischen Metals!!! Meine persönliche Bewertungsskala
wird jedenfalls gesprengt, 10+ ist noch zu wenig! Eine ausdrückliche
Empfehlung von meiner Seite, die Winternight Tragedies
bescheren nicht nur schöne Winternächte, sondern versüßen
das Leben jederzeit!