CANDELA – Diversity

 
Label: Eigenproduktion
Release: Februar 2005
Von: moonchild
Punkte: 7/10
Time: 23:33
Stil: Metal
URL: Candela
 

Um die deutsche Metal-Szene ist es die letzte Zeit doch recht still geworden, zumindest was interessante Neuzugänge angeht. Noch schlimmer sieht es beim Progressiv Metal aus. Umso schöner ist es nun, ein Demo von einer Band aus dem Ruhrgebiet im Player zu haben, das man nicht gleich nach Strich und Faden verreißen muss.
CANDELA (lat. Talg-, Wachslicht; bestimmte Lichtstärkeeinheit cd) bezeichnen ihre Musik zwar als Progressive Metal und lassen auf ihrer EP Diversity auch einige progressive Elemente einfließen, doch manifestiert sich hier leider einmal mehr, dass viele Musiker und auch Hörer den Unterschied zwischen Metal und Progressive Metal noch nicht so ganz verstanden haben. Es reicht eben nicht, sich einen Keyboarder an Bord zu holen, der ein paar nette Melodien zum üblichen Gitarrenbrett spielt. Es reicht nicht, einfach das Songwriting in sofern zu verändern, dass man schnellere, heftigere Parts mit ruhigeren abwechselt. Es geht z.B. schon darum, artfremde Musikstile einfließen zu lassen, ungewöhnliche Rhythmen zu kreieren, oder nicht ständig die übliche Abfolge von Strophe, Refrain und Bridge zu benutzen. Und dann kann das Ganze auch nur richtig gut werden, wenn die beteiligten Musiker ihre Instrumente möglichst gut beherrschen. Letzteres kann man den Jungs und dem Mädel von CANDELA nicht wirklich zum Vorwurf machen – vor allem Gitarristin Juliane Ehl beeindruckt mit schönen Leads und soliden Soli. Auch das „puckernde“ Drumming in Going Down ist interessant, da es schon fast aus dem Black Metal kommen könnte. Einzig die Vocals gehen mir persönlich doch reichlich auf die Nerven – die jahrelange, verzweifelte Suche nach einem passenden Sänger sollten CANDELA meiner Meinung nach noch fortführen. Die Songs sind alles in Allem prima, auch die Lyrics scheinen nachdenklich und nicht pseudo-intellektuell zu sein und sogar das Artwork für Cover und Booklet der Demo, das von der Gitarristin stammt, kann sich wirklich sehen lassen.
Diversity ist sicherlich kein Meilenstein, aber CANDELA ist eine engagierte, vielleicht sogar viel versprechende Band, der man einen gewissen Erfolg durchaus gönnt und für die man hoffen kann, dass sie in Zukunft ihre Releases nicht mehr komplett in Eigenregie aufnehmen muss, obwohl das Ergebnis sich soundtechnisch echt sehen, äh, hören lassen kann.

Hoffnungsvolle 7,0 Punkte von mir!