CALES – Savage Blood

 
Label: Metal Breath Production
Release: 03.10.2007
Von: Joking
Punkte: 7/10
Time: 42:11
Stil: Classic Heavy Progressive Metal
URL: Cales
 
Dass CALES aus der Black-Metal Band Roots hervorgegangen sein soll, nimmt man leicht erstaunt zur Kenntnis, verwirft es aber gleich wieder. Ist auch mehr als anderthalb Dekaden her, und Savage Blood ist bereits CALES vierter Longplayer. Von einem Band-Album zu sprechen, fällt ebenfalls schwer, denn Savage Blood wurde im Alleingang vom tschechischen Musiker Blackosh eingespielt. Dabei erheben weder er, noch Gastsänger die Stimme, denn Savage Blood ist ein rein instrumentales Werk. Eine Seltenheit im klassisch ausgerichteten Metal (Derek Sherinian, Planet X und alle Saiten- und Tastenzauberer, die Genregrenzen sprengen und weit in Jazzbereiche hineinreichen, klammern wir mal aus.). Nicht mal Danzigs knapp EP-langes Opus Black Aria taugt als vergleichbare Referenz, denn Danzig verweigert sich nahezu komplett der musikalischen Ausrichtung seiner anderen Alben. Da ist Savage Blood schon eine andere Hausnummer.
Es beginnt mit dem atmosphärischen semi-akustischen Einstieg Transfer, der alsbald an Fahrt aufnimmt, ohne in einen Höchstgeschwindigkeitsrausch zu verfallen. Was ein Kennzeichen für’s ganze Album ist: vorherrschendes Tempo ist das Mittlere. Gefrickelt wird ebenfalls nicht, die progressiven Augenblicke sind gemäßigt und streifen bereits den Melodic Rock. Dito die Ausflüge in die dunklen Gefilde des Doom- oder Blackmetals. Savage Blood ist eine ausgewogene Sache: melodiös, aber nicht kitschig, straight, aber trotzdem recht abwechslungsreich. Die Stimmungslagen reichen von partytauglicher Gute Laune-Musik (Volk Tektosag) zu leicht nachdenklichen Stücken, die von der Akustikgitarre geprägt sind (UnEarthly). Das ist alles nicht sonderlich komplex, macht aber fast durch die Bank Spaß, und lässt das ein oder andere Mal durchaus aufhorchen. Blackosh ist ein geschmeidiges, charmantes Album gelungen, das sich wunderbar neben diversen Tätigkeiten im Haushalt hören lässt, aber auch nicht untergeht, wenn man ihm seine gesamte Aufmerksamkeit widmet. Lediglich das atonale Windspiel zum Schluss ist etwas unpassend, mit seiner knapp einmütigen Spielzeit aber leicht abzuhaken.