CADAVERIA – Far Away From Conformity  
 
Label: Scarlet Records
Release: 12.01.2004
Von: Psycho
Punkte: 7
Time: 47:30
Stil: Horror Metal
URL: Cadaveria
 

Ich habe diese CD über die Feiertage bestimmt 12-15 mal gehört, aber irgendwie will der Funke einfach nicht so richtig überspringen. Denn CADAVERIA bieten uns auf ihrer zweiten CD einen Stilmix, den ich gerne grandios nennen würde, der aber leider nur zu selten wirklich organisch miteinander verknüpft werden konnte. Damit fällt und steht aber Far Away From Conformity und das angestrebte Konzept der Vermengung von klassischem HM und Black Metal, unter Einbeziehung von Elementen des Death Metal und diverser anderer Stile (u.a. 70ties Rock, Nu Metal, Dark und Gothic angehauchtes Zeug etc.).

Zu häufig wirken die kombinierten Elemente zu konstruiert, so dass meistens nur der Gesang von Cadaveria (ex-Opera IX) den Laden zusammenhält. Das wiederum schafft sie in beeindruckender und stimmlich höchst flexibler Weise: von ultrafiesem Gegurgel über aggressivem Shouting bis hin zum sehr anständigen cleanen Gesang und geheimnisvollem Gewisper ist da wirklich alles dabei. Ganz soweit ist sie zwar noch nicht (vor allem auch textlich), aber hier und da fühlt man sich da schon an die unvergessene Dawn Crosby (Detente, Fear Of God) erinnert. Die angepriesene "gloomy atmosphere" will jedoch trotzdem nicht so recht aufkommen, da der musikalische Unterbau zwar solide, aber eben auch nicht mehr ist.
Die Stücke bewegen sich zumeist im normalen Midtempo-Bereich, von kurzen Ausbrüchen wie z.B. bei Eleven Three O Three mal abgesehen. Wirklich gelungen sind aber nur wenige Tracks, allen voran die düstere "Halbballade" Irrelevant Elegy, bei der die beschriebenen Trademarks tatsächlich umgesetzt werden konnten. Mit Abstrichen gefallen mir auch noch der Opener Blood And Confusion und Out Body Experience, während beim restlichen Material zwar einzelne Riffs, aber nie die kompletten Stücke zu überzeugen vermögen.

Erwähnen muss ich allerdings neben der guten Produktion (die doch einige Kastanien aus dem Feuer holt) noch die höchst zwiespältige Umsetzung von Blondie's Call Me, die vom Charme und Charisma des Originals meilenweit entfernt ist. Normaler Weise bin ich guten Coverversionen gegenüber immer aufgeschlossen, aber das hier funktioniert wirklich gar nicht. Insgesamt betrachtet bezweifle ich daher, dass CADAVERIA mit dieser Veröffentlichung weiter Fuß fassen können. Wie gesagt, vom musikalischen Ansatz her finde ich das Konzept sehr gut, es müsste halt nur noch weiter (und besser) ausgearbeitet werden...