CIRCLE II CIRCLE – Delusions Of Grandeur

 
Label: AFM Records
Release: 25.04.2008
Von: Stormlord
Punkte: 8/10
Time: 45:03
Stil: Prog/Power Metal
URL: Circle II Circle
 
Zachary Stevens (sang z.B. Meilensteine wie Edge Of Thorns von Savatage ein) und seine Mannschaft CIRCLE II CIRCLE haben sich verändert! Nach wie vor spielen die Jungs knackigen Power Metal, der jedoch etliches an Heftigkeit hinzugewonnen hat.
Schon das eröffnende Fatal Warning entspricht seinem Titel und überrascht mit heftigen Rhythmen sowie zündender Gitarren- und Schlagzeugpower. Der Refrain ist zwar kein absoluter Garant für enthusiastische Reaktionen, sondern erinnert eher an härtere Eröffnungsstücke von Savatage der Marke Taunting Cobras. So heavy geht es wie von mir eigentlich erwartet nicht weiter, obwohl auch das folgende Dead Of Dawn kraftstrotzend nach vorne rockt. Verspielte Harmonien und die ausdrucksstarke Stimme von Zak veredeln dieses Stück. Ein typisches Solo, elegisch aufgebaut, steht in leichtem Gegensatz zum sonst geradlinigen Aufbau, der auch eine kurze Akustikgitarreneinlage am Ende zu bieten hat.
Wo bleiben denn die sonst oft verwendeten Pianoklänge? Nur versteckt sind diese etwa im Lied Forever zu hören, das mit einem interessanten Gitarrensolo aufwartet. Die in der Vergangenheit geschätzten balladesken Töne sind erst beim vierten Stück Echoes vereinzelt anzutreffen. Hier spüre ich den ersten Anflug von Gänsehaut, hervorgerufen vom wohlklingenden Timbre, das Zaks Stimme so unvergleichlich macht. Endlich erklingt die sanfte Pianobegleitung mehr im Vordergrund. Die vom Klavier getragene Ballade Every Last Thing stellt dann auch all jene zufrieden, denen die sanfte Seite der Band schon immer zusagte, doch auch hier mischen sich kraftvolle Elemente immer wieder ein und gewinnen letztendlich sogar die Oberhand. Gegen Ende setzen CIRCLE II CIRCLE mit einem mehrstimmigen Kanongesang einen würdigen Schlusspunkt.
Im Allgemeinen versprüht Delusions Of Grandeur also mehr Biss als Melancholie, mehr zupackende Aggressivität als einschmeichelnde Romantik, mehr Geradlinigkeit als verspielte Arrangements. So fehlen mir auch ein wenig die magischen und intensiven Momente die CIRCLE II CIRCLE so emotional machten. Das neue Werk ist jedenfalls um einiges sperriger und schwerer zugänglich, offenbart aber nach etlichen Durchläufen hintergründige Tiefe anstelle von offensichtlicher Eingängigkeit – das macht Delusions Of Grandeur zu einer Veröffentlichung mit Langzeitwirkung.