Thrash,
Thrash, Thrash! Ich glaube dass BLOOD RED ANGEL diesen
Stil auch in hundert Jahren noch spielen werden… Klaus
Spangenberg drückt den technisch versierten, geradeaus
und schnörkellos nach vorne losgehenden, knackig kurzen
Stücken wie gewohnt seine charakteristischen Vokalabdrücke
auf. Zwischendurch geben sich BLOOD RED ANGEL ein bisschen
experimenteller und geben einem Solo mehr Raum zur Entfaltung,
nehmen dann wieder den Fuß vom Gaspedal und wechseln gekonnt
die Geschwindigkeiten. So entwickeln sich Nummern wie der Titeltrack
Abyssland zu abwechslungsreichen Abrissbirnen, die auch
den Mut besitzen, dem Highspeed mal kurz adé zu sagen.
Beim folgenden Stück Enforced lässt Mr.Crime
Spangenberg seine Stimmbänder variabler schwingen, auch
das höllisch groovende und staubtrockene Decline
überrascht. Beim seltsam betitelten ITN (bedeutet
nach dem Durchlesen des Textes Into The Nothingness)
beweist Mr. Crime seine Qualitäten als „richtiger“
Sänger. Eine lupenreine Ballade, die zeigt dass BLOOD
RED ANGEL mittlerweile den Mut besitzen, Genregrenzen zu
ignorieren und das machen, was ihnen in den Sinn kommt. Das
macht die Reise ins Abyssland sehr interessant.
BLOOD RED ANGEL sind nach wie vor Thrash bis aufs Blut,
wissen aber auf Abyssland genau, dass es ohne
kleine Experimente zu langweilig für den Hörer werden
würde. In richtigen Portiönchen verabreicht, schmecken
diese ungewohnten Zutaten sicherlich auch Traditionalisten –
feine Scheibe!