Lange
hat es gedauert, bis die Polen ihren ersten full-length Silberling
von der Leine lassen – acht Jahre um genau zu sein. Die
Zeit seit Bandgründung 1999 haben sie mit diversen Demos,
Splits, Gigs und Besetzungswechseln gefüllt. Geschadet
hat die lange Vorlaufzeit dem Longplayer aber keinesfalls.
Let Him Die - da braucht man nicht
lange raten, wen BLOODTHIRST da gerne ableben
sehen. Songtitel wie (Upon The Cross) Tormented And Lost,
Crush The Bastard Nazarene oder Excommunion (Sacrifice
For Hell) setzen dem Ganzen das umgedrehte Kreuz auf. Wem
jetzt das Blut im Munde zusammengelaufen ist und wer das Corpsepaint
aufgelegt hat weil er lupenreinen Black Metal erwartet, der
kann sich gleich wieder abschminken gehen. Thrash Metal mit
einem nur leichten Hang zum Black Metal ist hier Programm. Mich
erinnert der räudige Sound an eine Kreuzung aus alten Kreator
und God Dethroned. Ja zeitweise wartet man sogar darauf, dass
der Brüllwürfel mit dem sanften Namen „Rambo“
das ein oder andere Tormentor raushaut. BLOODTHIRST’s
Thrash Metal glänzt stilecht quer durch die Bank durch
sein Old School Image. Ob es die Riffs sind, die regelmäßigen
Soli oder das Drumming, in der Summe macht die jeweilige Songstruktur
den Charme der 80er aus. God Dethroned kommen dann ins Spiel
wenn in durchweg zügig gezockten Songs die typischen Melodien
zum tragen kommen, die die Holländer auch gerne schmettern.
Die Ähnlichkeit der beiden Stimmen lässt sich ebenfalls
nicht von der Hand weisen. Winds Of Death oder Violent
Hordes bringen das z. B. sehr gut rüber. Egal ob gewollt
oder nicht, am Wichtigsten ist: Bei keinem der Songs machen
BLOODTHIRST Gefangene! Auch wenn die Produktion
nicht die glasklarste ist und der richtige Hit auf Let
Him Die fehlt, die Songs werden dem Hörer
durch die Bank gut ins Knochenmark gehämmert. Solider Stoff!